Felix Redolf
Das
Gefecht an der Halbstundenbrücke bei Taxenbach 1809
(Zahlen unmittelbar hinter
Wörtern beziehen sich auf die Anmerkungen am Ende des Textes.)
1. Vorgeschichte
„Die Geschichte ist der
Schlüssel zu allem”1 und „. . . der Stillstand gilt nit!”2 Der Kampf an der
„Langen-” oder „Halbstundenbrücke” ist eine wenig bekannte
Episode des
kriegerischen Jahres 1809, dessen ungeachtet aber eine bemerkenswerte: In
Reaktion auf den Dritten Koalitionskrieg 1805,3 die „Dreikaiserschlacht” von Austerlitz (am 2. Dezember 1805)4, den Frieden von Preßburg (am 25. Dezember
1805), die Gründung des Rheinbundes durch Napoleon (1806), die Auflösung des
Heiligen Römischen Reiches durch Kaiser Franz II. am 6. August 1806 und in
Reaktion auf den Tilsiter Frieden (12. Juli 1807)5 erklärte der nunmehrige
Kaiser Franz I. Napoleon und damit ebenso dem Königreich Bayern am 9. April
1809 den Krieg6 . Drei österreichische Armeen (Erzherzog Carl an der Donau
und in Böhmen, Erzherzog Johann bei Klagenfurt bzw. Laibach und Erzherzog
Ferdinand bei Krakau) standen dazu bereit. Als Verbindungsglied zwischen den
in Deutschland und Italien vorrückenden Truppen marschierte das 8. Korps von
Erzherzog Johann unter Feldmarschallleutnant Marquis de Chasteler durch das
Pustertal nach Tirol. Zeitgleich mit der Kriegserklärung griffen die Tiroler
unter dem Kommando des Passeier Sandwirtes Andreas Hofer – organisiert in
bodenständigen Schützen- und Landsturmaufgeboten7 – zu ihren Waffen. Der
Tiroler Volksaufstand, angeführt von Andreas Hofer, Josef Speckbacher und
Kapuzinerpater Joachim Haspinger und durch Hofer, Joseph von Hormayr und
Erzherzog Johann (im Jänner 1809 in Wien) geplant und vorbereitet8 , hatte
mehrere Ursachen: Nach Artikel 8 und 15 des Preßburger Friedens war Tirol
zur bayerischen Provinz geworden. Seit 1363 war Tirol dem Hause Österreich
bzw. Habsburg verbunden gewesen. Die bayerische Wirtschafts- und
Finanzpolitik brachte für Tirol eine Regression mit sich. Die Tiroler
Landesverfassung wurde aufgehoben, der Name Tirol gestrichen. Bayerns
Kirchenpolitik (Verhaftung und Deportierung von Priestern, Landesverweisung
von Bischöfen und Vertreibung der Bettelmönche) beleidigte das religiöse
Empfinden der Tiroler. Zudem brüskierte das oft barsche Auftreten
bayerischer Beamter die Tiroler Bevölkerung. Die Konskription von Tiroler
Burschen und Männern brachte dann die ohnehin gespannte Situation zum
Kippen. Dort, wo die Stellung mit Gewalt durchgesetzt wurde, kam es zur
Revolte. Mitte März fielen in Predazzo im Fleimstal die ersten Schüsse. Am
13. und 14. März kam es sogar zu Kampfhandlungen zwischen Tiroler
Bevölkerung und bayerischem Militär. In Imst, im Stanzertal und in Pfunds
gab es gefährliche Zusammenrottungen. Kurzum: Die Herrschaft der Bayern war
in Tirol gründlich verhasst. 9 Die Lage entwickelte sich zunächst nach der
Kriegserklärung für Östereich und Tirol vielversprechend: Am 9. April waren
die Tiroler, vorerst noch ohne Unterstützung regulärer österreichischer
Truppen, im Gefecht bei Innichen erfolgreich. Sie siegten am 10. April bei
St. Lorenzen, am 10. und 11. April bei der Ladritscher Brücke (heute
Franzensfeste) und am 11. April bei Sterzing. Am 12. April eroberten Tiroler
Schützen Hall und Innsbruck (erste Bergiselschlacht), worauf in Wilten am
13. April das französische Korps des General Bisson kapitulierte. 10
Erzherzog Johann siegte am 17. April bei Sacile (Zitschtal), danach bei
Pordenone (Portenau) und am 25. April bei Caldico (Caldiero).11 Zur selben
Zeit eroberten die Österreicher Warschau, die Hauptstadt des mit Frankreich
verbündeten Großherzogtums Warschau. Doch dann besiegte Napoleon Erzherzog
Carl am 20. April bei Abensberg, am 21. April bei Landshut und am 22. April
bei Eggmühl, womit er sich den Weg durch das Donautal wie schon 1805
öffnete. Mit entsprechenden Folgen für Österreich und Tirol: Die Niederlagen
der österreichischen Hauptarmee in Deutschland erzwangen ihren Rückzug durch
Böhmen in Richtung Wien. Erzherzog Johann musste trotz seiner Erfolge in
Italien zum Schutz Innerösterreichs den Rückzug antreten. In diese
Rückwärtsbewegung wurde auch das in Tirol operierende Korps hineingezogen
und musste aus strategischem Kalkül den Anschluss an die Armee in
Innerösterreich suchen. Daher entstand in der Bevölkerung Tirols die
Meinung, Österreich hätte Tirol seinem Schicksal überlassen.
Nichtsdestotrotz: Am 13. Mai musste Wien kapitulieren.12 Die Maigefechte
brachten eine Überraschung mit sich: Erzherzog Carl besiegte am 21. und 22.
Mai Napoleon bei Aspern und Eßling erstmals in einer offenen Feldschlacht.13
Damit war der Nimbus der Unbesiegbarkeit Napoleons gebrochen.14 Noch einen
weiteren Sieg konnten die Tiroler an ihre Fahnen heften: Sie siegten am 25.
und 29. Mai in der zweiten Bergiselschlacht.15 Kaiser Franz I. sagte am 29.
Mai den Tirolern in seinem sogenannten Wolkersdorfer Handbillett feierlich
zu, dass Tirol nie mehr von Österreich geräumt würde und die Tiroler mit
seiner uneingeschränkten Unterstützung rechnen könnten.16 Die Juligefechte
begannen mit einer Katastrophe: Am 5. und 6. Juli siegte Napoleon in der
Entscheidungsschlacht bei Deutsch-Wagram. Erzherzog Carl musste sich
geschlagen, aber doch in guter Ordnung, nach Znaim zurückziehen, nachdem
Erzherzog Johann mit seiner Armee nicht hatte rettend eingreifen können.17
Das Gefecht bei Znaim am 11. Juli musste abgebrochen werden, weil der
Waffenstillstand von Znaim noch im Laufe des Gefechts ausgehandelt worden
war. Erzherzog Carl hatte ihn gegen den Willen seines kaiserlichen Bruders
Franz I. geschlossen, wobei der Kaiser dessen Bedingungen – u. a. verlangte
Punkt 4 die Räumung Tirols und Vorarlbergs durch die österreichischen
Truppen – erst am 19. Juli anerkannte. Die Räumung wurde jedoch absichtlich
verzögert und erfolgte dann erst am 4. August. Ende Juli demissionierte
Erzherzog Carl als Oberkommandierender und Kaiser Franz I. übernahm den
Oberbefehl persönlich.18 Dem Kaiser war wohl bewusst, dass die Tiroler auf
Grund der Waffenstillstandsbedingungen zu Rebellen gemacht würden, wenn
diese nicht genau wie er alle militärischen Aktionen einstellten. Er sprach
aber mit den Tirolern kein klares Wort, vielmehr meinte er, ihnen den
Znaimer Waffenstillstand verschweigen zu können! Die Tiroler erfuhren
bereits am 19. Juli in Melleck und Lofer davon, glaubten aber an eine
feindliche List. Symptomatisch: Am 21. Juli bekam Andreas Hofer nahe der
Festung Sachsenburg ein gedrucktes Exemplar des Waffenstillstands in die
Hand, las, zerknitterte dieses zornig, warf es auf den Boden und herrschte
dann den französischen Parlamentär an: „Enkere Lugen kennt ma schon, der
Stillstand gilt nit!”19 Am 22. Juli erließ Hofer einen glühenden Aufruf,
worin er konsequenterweise die Nachricht vom Waffenstillstand als List des
Feindes bezeichnete. 20 Am 27. Juli – zwei Wochen nach Abschluss des
Waffenstillstands – traf endlich die offizielle Bekanntgabe in Tirol ein.21
Infolge des Waffenstillstands bekam nun Napoleon genügend Kräfte frei, um in
einer konzentrierten Aktion gegen die Tiroler vorzugehen. Er gab Marschall
Lefebvre den Befehl, Tirol endlich brutal niederzuwerfen.22 Lefebvre zog
daher beschleunigt alle Kräfte zusammen: Generalleutnant Deroy hatte mit
seiner Division über den Pass Lueg den Pinzgau hinauf durch das Zillertal in
Tirol einzumarschieren, Lefebvre selbst führte die Division Kronprinz und
die sächsisch-rheinbündische Division Rouyer gegen den Pass Strub, General
Montmarie sollte über den Scharnitz-Pass hinunter ins Inntal marschieren,
General Rusca und General Peiry hatten durch das Pustertal bzw. Etschtal in
Südtirol einzudringen. Befehlsgemäß marschierte dann am 24. Juli das 2.
Bataillon des 9. Linien- Infanterie-Regiments Ysenburg als Spitzenbataillon
der Division Deroy von Salzburg in Richtung Pass Lueg ab. Die 1. Brigade
rückte bis Kuchl bzw. Golling und die 2. Brigade bis Hallein vor.23 Am 24.
Juli 4 Uhr morgens konnte vorerst Schützenhauptmann Ignatz Kettner mit 254
Mann, zusätzlich einigen Pinzgauer Schützen und vermutlich einer
Landsturmabteilung (insgesamt etwa 500 Mann) die bayerischen Truppen
erfolgreich abwehren.24 Deroy schloss mit Kett- ner am 24. Juli vormittags
einen bis 25. Juli 8 Uhr früh geltenden Waffenstillstand ab, um zunächst
weiteres Blutvergießen zu verhindern. Am 25. Juli schickte Lefebvre den
Fürstbischof von Chiemsee, Graf Siegmund Christoph von Zeil-Trauchburg und
den Regierungsrat Fellner zu den Vorposten Kettners. Die beiden Parlamentäre
verwiesen auf den Waffenstillstand von Znaim. Am 25. Juli um 9 Uhr früh
kapitulierte Kettner vor Deroy, nachdem er aus Graz und Innsbruck
Nachrichten vom Znaimer Vertrag bekommen hatte. Deroy ließ beim Pass Lueg
bzw. in Werfen je eine Kompanie des 7. leichten Infanterie-Bataillons
Treuberg als Besatzung und zwecks Entwaffnung der Pongauer zurück.25 Deroy
rückte mit seinen Truppen am 26. Juli bis nach St. Johann im Pongau vor. Am
27. Juli beabsichtigte er, mit seiner Division in der neuen Stärke von 5.964
Mann und 24 Kanonen (s. Gliederung und Geschützschlüssel der Division Deroy)
über Lend und Taxenbach nach Bruck (ca. 37 km) zu marschieren.26
„Anton Wallner vulgo
Aichberger. Auf! Für Gott,
den Kaiser und das Vaterland!“ Lithographie 13,8
x 8 cm; Heeresgeschichtliches
Museum, Wien.
Anton Wallner wurde im
Jahre 1768 als Sohn wohlhabender Bauersleute zu Oberkrimml geboren. 1791
verkaufte er den väterlichen Besitz und erstand das Aichbergerwirtshaus im
damals salzburgischen Markte Windischmatrey. 1807 wurde er Schützenkönig
beim Kaiserschießen zu Graz und lenkte dabei die Aufmerksamkeit des Kaisers
auf sich. Als dann im Jahre 1809 der Krieg gegen Napoleon begann, hatte er
Gelegenheit,seinen Patriotismus unter Beweis zu stellen. Nachdem Tirol die
bayerische
Herrschaft abgeschüttelt hatte, wurde Anton Wallner von Andreas Hofer mit
der Organisation der Landesverteidigung in
Salzburg betraut. Mit großer Begeisterung rief er die Pinzgauerzu den
Waffen. Rastlos und gegen die Bemühungen der Pfleger, die damalsBayern gut
gesinnt waren, veranlassteder Aichbergwirt nun die Bildung von
Schützenkompanien.
Vgl. Wallnerschützen Taxenbach (1986): S. 13.
2. Nur nit auferlassen
tut´s sie!27
Der Sieg Erzherzog Karls bei
Aspern und die zweite Befreiung Tirols nach den Kämpfen am Bergisel wirkten
sich ebenso auf Salzburg28 aus: Am 14. Juni wurde der wahrscheinlich 175829
in Ober18.krimml geborene Hinterlehensohn und spätere Aichbergerwirt Anton
Wallner aus Windischmatrei (Osttirol) zusammen mit Bartholomä Hohlaus vom
Intendanten des Unterinntales Roschmann von Hörburg in Wörgl mit der
Organisation der Landesverteidigung Salzburgs beauftragt. Sie hatten mit
Schützenkompanien aus den Gerichten Mittersill, Zell, Taxenbach und
Saalfelden die Pässe Hirschbühel und Luftenstein zu besetzten. Gleich am 15.
Juni begann Wallner in Mittersill mit seinen Aktivitäten.30 Bei ihm befand
sich dort bereits eine Abteilung des Tiroler Landsturms unter Hauptmann
Andrä Inwinkl. 31 Am 17. Juni ernannte Wallner als Oberkommandant des
Pinzgaus den Oberschreiber von Mittersill Thaddäus Rottmayr zu seinem
ersten, den Kaufmann und St. Peter´schen Urbar-Verwalter Josef Thalmayr aus
Saalfelden zu seinem zweiten Adjutanten.32 Auf Befehl Wallners wurden in
Dienten Geschütze gegossen, Pulvermühlen errichtet und Waffen- bzw.
Munitionsvorräte angelegt.33 Am 19. Juni löste Hauptmann Hans Panzl mit
seiner 2. Saalfeldner Kompanie die Loferer Schützen an den Pässen
Luftenstein und Hirschbühel ab, wobei letztere gleich nach Abzug der
bayerischen Truppen diese Pässe besetzt hatten. Am 20. Juni rückte Wallner
mit seiner Mittersiller Kompanie nach Weißbach vor. Am 22. Juni rückte die
Zeller, am 25. eine Saalfeldner und schließlich am 29. eine aus Taxenbachern,
Raurisern und Embachern bestehende Taxenbacher Kompanie unter Hauptmann
Michl Schernthaner, Mayrlehenbauer in Em-bach, in die Vorpostenkette ein.
Die Schuld für das späte Eintreffen der Ta-xenbacher Kompanie trug der
dortige Pfleger Losbichl. Erst nach Drohung Wallners, ihn arretieren zu
lassen, veranlasste Losbichl die Zusammenstellung der Schützenkompanie. Das
Kommando über die Vorposten übertrug Wallner Hauptmann Panzl.34 Der
unternahm dann Streifzüge über den Hirschbühel bis nach Grödig, Wallner bis
nach Hallein.35 Hatte Wallner bei seiner Auftragserfüllung im Pinzgau schon
Probleme, so erst recht im Pongau, wo er die Schützen zu inspizieren und die
Landwehr zu reorganisieren beabsichtigte. Während seiner Agitationsreise vom
25. bis 29. Juni stieß Wallner bei den Pongauer Gerichten auf Widerstände,
die eine wirkliche Volksbewaffnung erschwerten. Erst nach der Arretierung
des Radstädter Pflegers Ferdinand von Pichl und Einrücken der ersten Tiroler
Schützenkompanien konnten der Pass Lueg, der Durchgang bei Abtenau im
Lammertal und die Radstädter Straße hinreichend besetzt werden.36 Von
General Kister angeordnete Streifzüge, an denen die Bürgerkavallerie-
Kompanie der Stadt Salzburg beteiligt war, veranlassten Wallner am 27. und
28. Juni den Landsturm im Pinzgau und Pongau aufzurufen und die Pässe wieder
besetzen zu lassen. Die Pongauer Schützen besetzten daraufhin zwar den Pass
Lueg, zogen sich aber auf bayerischen Druck bald wieder zurück und legten
ihre Waffen nieder.37 Am 4. Juli weigerten sich die Gemeindevertreter von
St. Johann im Pongau, Wallners Aufruf nachzukommen.38 Der nochmalige Aufruf
Wallners am 5. Juli fruchtete desgleichen wenig. Die Werfener
Gemeindevertretung lehnte denselben Aufruf am 9. Juli wohlbegründet und
entschieden ab.39 Dennoch konnte diese bald umgestimmt werden, was nicht
zuletzt dem großen Einfluss des Stegenwalder Wirtes Joseph Struber und des
Vikars Hendler zuzuschreiben war. Am 10. Juli ernannte Intendant Roschmann
den Loferer Mautschreiber Jakob Strucker zum Kommandanten der Pongauer
Schützen.40 Die Konzentration der Truppen Napoleons im Raum Wien schwächte
die militärische Präsenz der bayerischen Truppen in Salzburg. Ein Teil der
Division Deroy marschierte von Rosenheim ab. Anfang Juli war die Division
Deroy noch in Salzburg, von wo sie am 9. Juli nach Linz abrückte. Der
Salzburger Kommandant zog die Besatzung von Werfen ab.41 Am 17. Juli
schreibt Wallner in einem Brief an den Pustertaler Kommandanten Johann von
Kolb, dass er – ähnlich wie Hofer – an den Waffenstillstand von Znaim
unmöglich glauben kann.42 Vielmehr hält er diesen für eine List des Feindes,
um leichter in den Besitz der Gebirgspässe zu gelangen. Wallner wollte daher
diese Pässe bis aufs Äußerste verteidigen.43 Am 19. Juli rückte Hauptmann
Kettner auf Befehl Struckers zum Pass Lueg vor. Am 20. Juli verlief das
Gefecht dort zunächst noch für die Schützen von Kettner und Strucker
erfolgreich.44 Das Gefecht am 25. Juli allerdings nicht mehr. Kettner
kapitulierte am 25. Juli um 9 Uhr früh. Damit war der Weg ins Salzachtal
hinauf nach Tirol für die Division Deroy (s. dazu Gliederung und
Geschützstand auf S. 72) vorerst frei.45
3. Das Gefecht um die
Halbstundenbrücke selbst
„...jetzt wird es Zeit”46 Am
26. Juli erfuhr Wallner in seinem Hauptquartier im Gasthaus Frohnwies in
Weißbach (existiert noch) über seine von ihm eingerichtete Botenkette vom
Ereignis beim Pass Lueg.47 Er forderte den Pinzgauer Landsturm, sowie in
einem Brief an Kolb die Unterinntaler und Pustertaler Schützen auf, ihm zu
Hilfe zu eilen.48 Wallner übergab das Kommando am Pass Luftenstein an Herrn
von Lasser. Abends brach er, begleitet von Panzl und dessen Saalfeldner
Schützenkompanie plus Rottmayr und seiner Mittersiller Schützenkompanie
(Stärke 300 Mann), über Zell nach Taxenbach auf, um sich dort Deroy
entgegenzustellen. Noch in der Nacht organisierte er Pulver und Blei für
seine Schützen. In Taxenbach forderte Wallner vom Pfleger Losbichl die
Aufbietung des Landsturms – ohne Erfolg. Nur wenige Schützen aus der näheren
Umgebung –aus Taxenbach und Embach – schlossen sich ihm an. Es kamen noch
der Landsturm von Bruck und eine kleine Zahl von Schützen aus Zell am See
hinzu. Alles in allem nicht mehr als 400 Mann. Wallner erkannte rasch im
Zuge seiner Geländebeurteilung, dass sich das Gelände am linken Salzachufer
bei der zwischen Lend und Taxenbach gelegenen Halbstundenbrücke (nur mehr
eine halbe Stunde Gehzeit bis Taxenbach!) am besten zur Verteidigung
eignete. Diese Brücke hat sich etwa 10 Meter oberhalb der Einmündung des
Trattenbachs in die Salzach, wo diese eine Krümmung Richtung Nord nimmt,
befunden.49 Noch heute sind dort bei Niedrigwasser der Salzach die Überreste
der Piloten des Brückenjoches zu sehen. Die Straßenführung, welche heute
ausschließlich auf das orohydrographisch (von der Quelle des Flusses aus
gesehene) linke Ufer der Salzach gelegt ist, wechselte damals bei der
Halbstundenbrücke vom rechten zum linken Ufer im Bereich der Blaiche bei
Eschenau. 50 Die Verteidigung Wallners am linken Salzachufer bei der
Halbstundenbrücke wies mehrere Vorteile auf: Obgleich eine
Vorderhangstellung,51 konnten sich Wallners Schützen gut am steilen,
teilweise felsigen und mit Bäumen und Sträuchern dicht bewachsenen Hang
decken. Wie für die Vorderhangstellung typisch, konnten sie für sich vor Ort
ein gutes Schussfeld und gute Beobachtungsmöglichkeiten als weiteres Plus
gegenüber dem Gegner verbuchen. Dies deshalb, weil auf der Feindseite wegen
eines Erdfalls am 30. Mai 1794 das Gebiet der Embacher Blaike nur teilweise
und nicht sonderlich hoch bewachsen war.52 Der Gegner konnte daher den
Nachteil einer Vorhangstellung (volle Einsicht auf die Verteidiger)53 nicht
für sich nutzen, weil das Gelände am linken Salzachufer dichter und höher
(als am rechten Ufer) bewachsen war. Weiters ermöglichte es die schmale,
sich in vielen Windungen über die Embacher Blaike heraufziehende Straße dem
Gegner nicht, sich wirkungsvoll zu entwickeln. So konnten nur kleine
Abteilungen im offenen Feld die Brücke angreifen. Desgleichen war die
gegnerische Waffenwirkung und Beobachtung beschränkt. Feindwärts, auf die
linke Flanke gegen Eschenau hin, war Wallners Stellung durch die tiefe
Schlucht des Trattenbaches geschützt. Sehr wohl aber musste Wallner mit
einer Umgehung bzw. einer weiten Umfassung des Gegners in seinem Rücken über
den Eschenauerberg den Trattenbachgraben herunter rechnen. Daher ließ er
eine schwache Schützenabteilung oben im Trattenbachgraben Vorposten
beziehen, um zeitgerecht alarmiert zu werden.54 Die Verteidigungsstellung
Wallners selbst lag im stärksten Gelände der Taxenbacher Enge. 55 Nach
Taxenbach – noch vor Zell – verbreitert sich das Salzachtal flußaufwärts
enorm. Dort war keine gute Verteidigungsposition mehr möglich. Wallner ließ
daher binnen der noch verbleibender Stunden das Geländer und Tragwerk bis
auf die Enzbäume der Brü-cke abtragen, am linken Ufer eine Brustwehr und
einige Verhaue errichten und ebenso dort gegen den Brückenausgang zwei
hölzerne, mit gehacktem Eisen geladene Geschütze (sog. Doppelhaken)
aufstellen. Panzl befahl er mit seiner Saalfeldner Kompanie, das Bauernhaus
Mutzgrub und dessen nächste Umgebung zu besetzen. Den übrigen Schützen wies
Wallner Stellungen hinter Heustadeln, Bäumen und der Brustwehr sowie im
gegen Mutzgrub hinaufziehenden Graben zu. Die Mittersiller Schützen unter
dem Kommando von Adjutant Rottmayr behielt sich Wallner als Reserve.56
Am 27. Juli 9.30 Uhr näherte sich die Spitzentruppe der Division Deroy – das
Königlich-Bairische 5. leichte Nürnbergische Infanterie-Bataillon Graf
Buttler – vorsichtig der Halbstundenbrücke. Vorsichtig deshalb, weil sie ab
Lend von Embacher Schützen immer wieder aus Verstecken heraus angeschossen
worden waren.57 Als sich die bayerischen Soldaten fast bis auf Schussweite
angenähert hatten, rief Wallner seinen Schützen zu: „Auf Kameraden, jetzt
wird es Zeit, spart weder Pulver noch Blei, nur zielt gut, dass jeder Schuss
seinen Mann treffe. Gott wird mit uns sein, dessen Segen wir nochmals
anrufen wollen.” Nach einem kurzen Gebet gab Wallner mit dem Ruf „Es lebe
Kaiser Franz!” das Feuer frei.58 Das wohlgezielte Feuer sogleich eine Menge
bayerischer Soldaten nieder.59 Daraufhin rückten weitere Kompanien des
Spitzenbataillons vor und es entwickelte sich ein heftiges Gefecht. Zwecks
Feuerunterstützung ließen bayerische Offiziere zwei Geschütze auf einer
ostwärts der Brücke gelegenen, kleinen Felsplatte in Stellung bringen. Eine
ihrer Granaten traf das Bauernhaus Mutzgrub und setzte es in Brand.
Hauptmann Panzl und seine Schützen mussten sich dann rund um den brennenden
Hof neue Stellungen suchen.60 Mittels Feuerunterstützung der beiden Kanonen
versuchten bayerische Soldaten, mit Hilfe von provisorischen Flößen die
Salzach zu überqueren. Gleichzeitig begannen andere Teile der Bayern die
halb abgetragene Brücke wieder notdürftig instandzusetzen. Wallners Schützen
konnten diese Aktionen durch gezieltes Feuer vereiteln. Drei Kernschützen
von Wallner gelang es, nachdem sie sich unter feindlichem Feuer nach
Überquerung des Trattenbaches an eine Stelle des linken Ufers – heute in
etwa auf der Höhe des unteren Endes des Eisenbahntunnels – welche das
jenseitige rechte Ufer ein wenig überragte, vorgearbeitet hatten, die
Bedienungsmannschaften der beiden Geschütze auszuschalten. Der zuvorderst
liegende Schütze wurde bei diesem Unternehmen leicht verwundet.61 Verbissen
traten Deroys Truppen immer wieder zum Sturm an: Insgesamt fünfmal
versuchten sie, die Brücke im Sturm zu nehmen. Allerdings konnten Wallners
Schützen durch ihr gut gezieltes Feuer und unterstützt von ihren beiden
hölzernen Kanonen den bayerischen Gegner jedesmal zurückschlagen und ihm
Verluste zufügen. Während eines dieser Versuche stürmte ein bayerischer
Fähnrich mit seiner Sturmfahne seinen Soldaten auf der Brücke voran.62
Wallner schrie: „Geschwind, der ihn trifft, bekommt einen Taler!” Der
Abergbauer von Taxenbach antwortete einen Moment später: „Er liegt schon.”63
(in der Salzach; Anm. d. Verf.). Um die Mittagszeit versuchte Adjutant
Rottmayr mit seiner Mittersiller Kompanie (Wallners Reserve) nach
Überschreitung der Salzach bei Taxenbach über Embach, wo er von Embacher
Schützen unter dem Kommando des Mayrlehenbauern Michl Schernthaner verstärkt
wurde, den bayerischen Truppen in die linke Flanke zu kommen. Die Bayern
erkannten aber den Ansatz Rottmayrs und besetzten das Dorf Embach und dessen
Umgebung.64 Bayerische Truppenteile gingen zwischen den Gehöften Oberlehen
und Enfelln (heute Entfelden) in Stellung, errichteten dort ein
Munitionslager und feuerten mit ihren Kanonen auf die Schützen Rottmayrs,
welche sich infolgedessen zurückziehen mussten.65 Der schwerverwundete
Salaterbauer Johann Rieder wurde bei diesen Kampfhandlungen von bayerischen
Soldaten gefangengenommen und nach Lend gebracht. Dort konnte ein
bayerischer Major und ein Pastor fluchende Soldaten nur mit Mühe davon
abhalten, Rieder zu massakrieren.66 Ungefähr um 14.00 Uhr ließ Deroy,67
nachdem er an der Halbstundenbrücke keinen Erfolg seiner Truppen hatte
feststellen können, das 2. Bataillon des 5. Linien-Infanterie-Regiments
Preysing über die alte Eschenauerbrücke oberhalb der Mündung des
Dientenbaches nach Eschenau bzw. durch den Trattenbachgraben vorrücken, um
in einer weiten 4 bis 5 Stunden beanspruchenden Umfassung Wallner und seinen
Schützen in den Rücken zu fallen. Dabei wurde der Daxbachbauer in Eschenau
von den Bayern gezwungen, ihnen den Weg zu zeigen. Dieser führte sie über
die Hubwiese hinauf, an der südlich vom Eschenauerkogel gelegenen
Hubwieskapelle vorbei, hinab zur Amoosmühle. Rechts den Trattenbach
hinabsteigend wollten die bayerischen Kräfte Wallner in den Rücken gelangen
und ihm den Rückweg abschneiden.68 Als sich an der Halbstundenbrücke die
bayerischen Soldaten etwas zurückzogen und ruhig verhielten, erkannte
Wallner sehr schnell die Absicht Deroys. Die kleine Zahl seiner Schützen und
der sich bereits zeigende Munitionsmangel hinderte ihn daran, dem
bataillonsstarken Gegner entsprechend starke Abriegelungskräfte
entgegensetzen zu können.
Um 14.30 Uhr veranlasste
er seinen Adjutanten Rottmayr, dass dieser vom Pfleggericht Mittersill
wiederholt verlangte Verstärkungskräfte herrufen sollte und weiters einige
Tiroler Schützenkompanien nach Taxenbach geschickt
werden sollten.69 Wallner
hoffte immer noch, dass die Schützenkompanien Oppachers aus Jochberg und
Reischers aus Kirchdorf zeitgerecht kämen. Verstärkt mit diesen zwei
Kompanien wollte er seine Stellung bis in die Nacht hinein solange halten,
bis die aus dem Oberpinzgau und angrenzenden Tälern schon am 26. Juli
verlangten Verstärkungen bei ihm eingetroffen wären.70 So war Hauptmann
Anton Oppacher mit seiner Kompanie schon in Piesendorf, von wo er einen
Aufruf zum Pfleggericht Mittersill schickte, ihm eiligst Mannschaften mit
Pulver und Blei in den Unterpinzgau zu senden.71 Allerdings war auch er zu
spät unterwegs. Kurzum: die zwei von Wallner so sehnlich erwarteten Tiroler
Kompanien kamen nicht.72 Deroy versuchte durch Ablenkungsmanöver Wallners
Aufmerksamkeit von der drohenden Umfassungsgefahr abzulenken: Wieder
stürmten bayerische Soldaten die Brücke und versuchten, diese zu reparieren.
Wieder gelang es Wallner und seinen Schützen, die Angriffe des Gegners
abzuweisen. Deroy glaubte nämlich, dass die Umfassung des Feindes in
eineinhalb (!) Stunden abgeschlossen sei. Um 18 Uhr erhielt Wallner von
seinem Vorposten oben im Trattenbachgraben die Meldung, dass starker Feind
heranziehe. 73 Wallner befahl daher seinen Schützen, sich allmählich
abzusetzen. Er selbst deckte zusammen mit Panzl und einigen von dessen
Schützen den Rückzug. Das natürlich immer schwächer werdende Feuer der
Schützen Wallners ließ Deroy glauben, dass die von ihm befohlene Umfassung
endlich gelungen sei und ordnete daher einen weiteren Angriff über die
Brücke an. Heftiges Abwehrfeuer schlug jedoch den Bayern entgegen, wodurch
Hauptmann Beck tödlich verwundet wurde und der Angriff so für einen Moment
ins Stocken geriet. Diesen Moment nützte Wallner, sich mit seinen restlichen
Schützen über den Gschwandtnerberg hinauf zurückzuziehen und sich über den
Hundstein (2117.
m) weiter zur Schwalbenwand
(2011 m) Richtung Zell am See bzw. Saalfelden abzusetzen. Mit
Feuerunterstützung ihrer Kanonen nahmen die Truppenteile des 5. leichten
Linien-Infanterie-Bataillons Buttler und Freiwillige des 9. Linien-
Regiments Ysenburg dann sehr rasch die Halbstundenbrücke. Nach Erreichen der
Brustwehr und Verhaue stellten die bayerischen Soldaten fest, dass Wallner
mit all seinen Schützen verschwunden war. Durch den etwa 9 Stunden (!)
dauernden Kampf um die Halbstundenbrücke waren die vorderen bayerischen
Truppenteile so ermüdet und erschöpft, dass sie an diesem Abend nicht mehr
abkochten.74 Die Verlustzahlen der Division Deroy sind unvollständig,
ungenau und widersprüchlich: Spricht die bayerische Kriegsgeschichte von 5
Toten und 30 Verwundeten, zählt ein Augenzeuge, der Mitterschreiber Camerohr
aus Werfen, allein während des laufenden Gefechts 14 Tote. Bereits beim
ersten Sturm auf die Halbstundenbrücke wurde eine Menge (ungedeckter)
Schützen zu Boden gestreckt (vgl. Geschichte des königlichbayerischen 4.
Jäger-Bataillons, S. 225). Peternader, der Panzls Selbstbiographie ergänzte,
erwähnt einige hundert Tote und Verwundete. Schallhammer fixiert – an
anderer Stelle in seinem Buch – in Wallners Lebenslauf die Verlustzahl mit
50 Mann und mehreren Offizieren. Völderndorffs Kriegsbericht (Bd. 2, S. 284)
ist detaillierter: Die Schützen und eine Kompanie des 5. leichten Bataillons
Buttler bzw. die Schützen des 9. Linien-Infanterie-Regiments Ysenburg
verzeichneten einen Verlust von 4 Toten und 28 Verwundeten. Der Kommandant
der Schützen des 5. leichten Bataillons Buttler, Oberstleutnant Gerhardt,
sowie Hauptmann Beck sind gefallen. Artillerie- Major Tausch wurde leicht
verwundet.75 Bei Wallners Schützen schwankt die Verwundetenzahl ebenso
zwischen ein paar und zwanzig, wovon wiederum – zwei oder ein paar –
Schwerverwundete in bayerische Gefangenschaft gerieten, die später Lefebvre
in Innsbruck übergeben wurden.76
4. Nach dem Gefecht
Die
Division Deroy rückte dann um 19.00 Uhr in Taxenbach ein. Deroy bewahrte
Taxenbach vor dem Abbrennen und der Zerstörung, weil Dechant Mayregg ihm mit
der Monstranz feierlich entgegenging und ihn um die Schonung des Ortes
bat.77 Ein anderer Priester, Vikar Leopold Michl (1805 – 1811) aus Eschenau
hatte dagegen weniger Glück; er wurde in Taxenbach von bayerischen Soldaten
als Geisel genommen und nach Innsbruck gebracht, von wo er aber nach einiger
Zeit wieder heimkehren konnte.78 Einige Taxenbacher ereilte ein schlimmeres
Schicksal: Nach Ringelschwendtner (1901, S. 126) sollen sechs Menschen von
bayerischen Truppen verwundet worden und an diesen Verwundungen später
gestorben sein. Der Taxenbacher Totenmatrikel von 1809 zufolge, welche im
Erzbischöflichen Konsistorialarchiv in Salzburg verwahrt wird, sind dies
nachweislich vier Personen gewesen: Der 56jährige Abergbauer Christian
Klingler († 28. Juli 1809), seine 18jährige Tochter Anna († 1. August 1809)
und sein 12jährige Sohn Christian († 12. August 1809). Der Hofgasteiner
Johann Altacher scheint auch im Laufe der Kampfhandlungen ums Leben gekommen
zu sein; sein halbverwester Leichnam wurde nach der Datierung des
Taxenbacher Totenmatrikels am 3. August 1809 in St. Georgen aufgefunden.79
Am 27. Juli, also noch am selben Tag, wurde der Pass Luftenstein an Lefebvre
übergeben,80 ebenso der Pass Hirschbühel. Am 28. Juli erfolgt die kampflose
Übergabe des Passes Strub.81 Als Wallner noch in der Nacht des 27. Juli
während seines Rückzuges von der Übergabe des Luftensteinpasses erfahren
hatte – somit alle Eingänge in den Pinzgau vom Gegner geöffnet waren – sah
er die Sinnlosigkeit eines weiteren Widerstandes im breiten Salzachtal ab
Zell ein und floh verkleidet nach Windischmatrei. 82 Michl Schernthaner
erhielt für seine Tapferkeit bei den Kämpfen um die Halbstundenbrücke vom
k.k. Landeshauptmann für Tirol und Vorarlberg eine Geldbelohnung
ausgezahlt.83 Zurück nach Taxenbach: Deroy erklärte Wallner für vogelfrei.
Weiters richtete er eine Proklamation an die Pinzgauer, worin er ihnen mit
der Einäscherung ihrer Dörfer drohte, wenn sie die Verteidigung
fortsetzten.84 Deroy konnte dann ab Taxenbach fast unbehindert den
hinaufziehen. Ein Teil seiner Truppen zog über Zell, Mittersill und Pass
Thurn ins Brixental, ein anderer ins Zillertal. Letzterer zog am 30. Juli
über den Waldberg nach Gerlos. In Hinterwaldberg gewahrten sie im Wald
Tiroler Schützen und feuerten einige Kanonenschüsse auf die Tiroler ab. Die
Schanze von Ronnach konnten sie problemlos überwältigen.85 Am 1. August
langte die Division Deroy in Innsbruck ein.86 Am 31. Juli ordnete Lefebvre
eine allgemeine Entwaffnung der Gebirgsbewohner an, die großteils problemlos
durchgeführt wurde.87 Am 13. August wurde Tirol zum dritten Mal befreit und
Lefebvre in Innsbruck am Berg Isel von Hofers Truppen geschlagen. Am 14.
August hatte Lefebvre mit seinem Rückzug begonnen und am 18. August war
Tirol geräumt.88 Salzburg fiel
dem Königreich Bayern
zu.
5. Bewertung
Wenn
Wallner die Kampfform der zeitlich begrenzten Verteidigung mitsamt ihren
taktischen Postulaten89 eher nicht im theoretischen Wortlaut gekannt hat, so
hat er diese doch instinktiv richtig in seiner Praxis anno 1809 beim Gefecht
an der Taxenbacher Halbstundenbrücke angewandt: Die Bayern sind überraschend
auf seine Verteidigungsstellung aufgelaufen, wie dies die ersten bayerischen
Verluste zeigen. Vor Wallners Stellung haben die Embacher Schützen
verzögernd gewirkt, indem sie die bayerischen Truppen immer wieder aus ihren
Verstecken heraus angeschossen haben. Wallner hat genau im richtigen Moment
das Gefecht an der Halbstundenbrücke um etwa 18.30 Uhr abgebrochen, weil er
erkannt hatte, dass er ohne die erwarteten Verstärkungskräfte seine Stellung
nicht mehr halten konnte, ohne eingeschlossen und schlimmstenfalls
aufgerieben zu werden. Ein Zurückgehen auf eine neue Widerstandslinie hat
sich für Wallner und seine Schützen nicht mehr als sinnvoll erwiesen, weil
alle Eingänge vom bayerischen Gegner in den Pinzgau hinein geöffnet worden
waren und im breiten Salzachtal ab Zell – nicht zuletzt aufgrund der
niedrigen Salzburger und Tiroler Schützenzahl – wenig erfolgversprechend
gewesen wäre. Wallner hat – nicht ohne die gute Geländekenntnis der
Taxenbacher und Embacher Schützen90 – die Grundsätze der Verteidigung gut
angewandt, was die Ausnützung des Geländes, die Geländeverstärkung und
Organisation des eigenen Feuers anbelangt hat. Als sehr wirkungsvoll hat
sich dabei das oben beschriebene Abtragen der Brücke91 erwiesen, weil die
bayerischen Truppen bei ihren Sturmversuchen gezwungen waren, über die
Enzbalken in Richtung Wallners Stellung hinüberzubalancieren, wo ihnen
dessen gezieltes Feuer – mit entsprechenden Verlusten – entgegenschlug. Wenn
auch seine Feuerunterstützung durch zwei Kanonen schwach war, so hat er
diese aufgrund der Stellungswahl sehr gut zur Wirkung bringen können. Dass
Wallner eine gute Hand bei seiner Stellungswahl hinsichtlich Deckung,
Beobachtung und Feuerwirkung gehabt hat, zeigt sich klar an der Proportion
der Verlustzahlen beider Seiten zuungunsten der Division Deroy. Der Ansatz
Rottmayrs, in die Flanke der bayerischen Spitzentruppen zu fallen, um
Wallner zu entlasten und einen Zeitgewinn zu bewirken, konnte nicht
gelingen, weil das Überraschungsmoment gefehlt hat – der Ansatz wurde von
den Bayern erkannt – und diese Reserve zahlenmäßig zu schwach war.
Nichtsdestotrotz hat Wallner unter Berücksichtigung der teils widrigen
Rahmenbedingungen seine taktischen Möglichkeiten im Kampf an der Taxenbacher
Halbstundenbrücke gegen eine fünfzehnfache (!) Überlegenheit des Gegners
fast perfekt ausnützen können. Sein taktisches Ziel hat Wallner jedenfalls
erreicht: Indem er die Division Deroy bei der Taxenbacher Halbstundenbrücke
neun Stunden lang aufhalten konnte, so war dies entscheidend für die sich
zurückziehenden Tiroler, weil sowohl das allzuschnelle Vorrücken Lefebvres
insgesamt als auch seine Umgehungsmöglichkeit über das Zillertal
(zuungunsten der Tiroler) verhindert worden war.
Anmerkungen:
1. Erzherzog
Johann zit. nach Spiegelfeld, Franz Graf (2001): Erzherzog Johann und Schloß
Schenna. In: Der Schlern, Monatszeitschrift für Südtiroler Landeskunde, Heft
4, April, 75. Jg., S. 197; Zaisberger, F. (1996): Kurzbiographien zur
Franzosenzeit. In: ibid./Hörmann, F. u.a.: Salzburgs Schützen und
Bürgergarden. Landesverteidigung und Brauchtum, Landesverband Salzburger
Volkskultur und Landesverband Salzburger Schützen (Hrsg.), Salzburg, S. 216
f. Ausführlich bei Magenschab Hans (2002): Erzherzog Johann, Habsburgs
grüner Rebell, Heyne Sachbuch 19/828. 2. Andreas Hofer zit. nach Paulin,
Karl (1996): Andreas Hofer und der Tiroler Freiheitskampf 1809, Edition
Zeitgeschichte, Tosa, Wien, S. 49. 3. vgl. Zöllner, Erich (1970): Geschichte
Österreichs. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, 4.Aufl., Verlag für
Geschichte und Politik, Wien, S. 335f. bzw. ibid/Schüssel, Therese (1995):
Das Werden Österreichs. Ein Arbeitsbuch für österreichische Geschichte, Tosa,
Wien, S. 180ff. 4. vgl. Rosenkranz, Klaus/Rieckh, Franz (2001): Allgemeine
Führungsgrundsätze (VII) „Ausrichtung auf ein klares Ziel”. In:
Truppendienst 3, Nr. 254, S. 257-260. 5. vgl. Zöllner, E. (1970): S. 336f.
6. vgl. Köfler, Werner (1980): Die Kämpfe am Paß Lueg im Jahr 1809, Wien
(Militärhistorische Schriftenreihe, Heft 41), S. 4. 7. vgl. genauer ibid
Anhang I (Das Tiroler Wehr- und Schützenwesen), S. 29-33 bzw. Zehetbauer,
Ernst (1999): Landwehr gegen Napoleon. Österreichs erste Miliz und der
Nationalkrieg von 1809. öbv & hpt, Wien, S. 187-328; Hinterstoisser, Hermann
(1997): Die Salzburger Landwehr anno 1809. In: Der Gardist, Jahresschrift
der Bürgergarde der Stadt Salzburg, 17. Jg., S. 33-38. 8. vgl. Magenschab,
Hans (2001): Erzherzog Johann und Andreas Hofer. In: Der Schlern, S.
206-213. 9. vgl. Köfler, W. (1972): Die Kämpfe am Bergisel 1809
(Militärhistorische Schriftenreihe, Heft 20) Wien, S. 1-11; Zöllner,
E./Schüssel, T. (1995), S. 183; Kirchmaier, Fritz (1983): Die Gefechte an
der Pontlatzer Brücke 1703 und 1809. (Militärhistorische Schriftenreihe,
Heft 48) Wien, S. 32 und ausführlich Köfler, W. (1972): S. 15-22. 10. vgl.
Köfler, W. (1980): S. 5. 11. vgl. Magenschab, H. (2001): S. 209; Köfler, W.
(1972), S. 24; Tepperberg, Ch. (1996): Deutschmeister im Gefecht bei
Ennsdorf am 4. Mai 1809. In: Deutschmeisterbund (Hrsg.): 300 Jahre Regiment
Hoch- und Deutschmeister 1696 – 1996 (Beiträge zur österreichischen
Militärgeschichte) 2. erw. u. verb. Aufl., Wien, S. 51. 12. vgl. Kirchmaier,
F. (1983), S. 34f. und Köfler, W. (1980), S. 5f. bzw. ibid (1972), S. 14.
13. vgl. Rauchensteiner, Manfred (1969): Die Schlacht von Aspern am 21. und
22. Mai 1809, Wien (Militärhistorische Schriftenreihe, Heft 11) bzw. Wöber,
Ferdi Irmfried (1992): 1809 Schlacht bei Aspern und Eßling, 1. Aufl.,
Selbstverlag, Perchtoldsdorf. 14. vgl. Zöllner, E./Schüssel, T. (1995): S.
183. 15. vgl. Köfler, W. (1972): S. 28ff. 16. vgl. Magenschab, H. (2001): S.
210; Kirchmaier, F. (1983): S. 36 bzw. im Volltext bei Köfler W. (1972): S.
36. Eine wichtige, vorbereitende Rolle hat zudem u.a. das „Schärdinger
Manifest“ vom 18. April 1809 gespielt (vgl. im Volltext ibid S. 21f.). 17.
vgl. Rauchensteiner, M. (1983): Die Schlacht bei Deutsch Wagram am 5. und 6.
Juli 1809, 2. Aufl., Wien (Militärhistorische Schriftenreihe, Heft 36);
Pirker, I. (1995): Die Franzosenkriege im Pongau und Pinzgau, phil. Diss.,
Innsbruck, S. 137-142. 18. vgl. Kirchmaier, F. (1983): S. 36f.; Pirker, I.
(1995): Anhang (Aufruf der GLA an die Salzburger Gebirgsbewohner am 15. Juli
1809).19. Andreas Hofer zit. nach Paulin, K. (1996): S. 49. 20. vgl. Köfler,
W. (1980): S. 12; im vollen Wortlaut bei Paulin, K. (1996): S. 48. 21. vgl.
Ringlschwendtner, Maximus (1901): Anton Wallner salzburgischer Schützenmajor
im Jahre 1809. Ein Gedenkblatt. In: Mitteilungen der Gesellschaft für
Salzburger Landeskunde, 41. Vereinsjahr, Selbstverlag, Salzburg, S. 120. 22.
vgl. Köfler, W. (1972): S. 40; Paulin, K. (1996): S. 46; Fontana, J. et al.
(1986): S. 523f. (bei allen in deutscher Übersetzung). Das Leben Lefebvres
vgl. Zaisberger, F./Hörmann, F. (1996): S. 217. 23. vgl. Köfler, W. (1972):
S. 40 bzw. ibid (1980): S. 12. Am 30. April waren alle drei Divisionen
(Kronprinz, Wrede und Deroy) des VII. Armee-Korps von Marschall Lefebvre in
Salzburg konzentriert (vgl. Maretich, von Riv-Alpon, Gedeon Freiherr (1897):
Josef Struber und die Kämpfe in der Umgebung des Paß Lueg im Jahr 1809. In:
MGSL, 37. Vj., S. 59 u. 90). 24. genauer siehe bei Hörmann, F. (2001): Zu
den Freiheitskämpfen 1800 - 1809. Die wirtschaftlichen und militärischen
Ereignisse. In: ibid (Hrsg.): Chronik Bischofshofen. Vom urzeitlichen
Kupfererzabbau über die Maximilianszelle bis zur Eisenbahn, Bd. 1,
Stadtgemeinde Bischofshofen, S. 278. 25. vgl. Köfler, W. (1980): S. 12f;
Trautner, J. (1909): Ausführliche Beschreibung der Besetzung des Passes Lueg
von den Pongauer Schützen, und der damit unterlofenen Gegenständen im Jahre
1809. In: Widmann, Hans (Hrsg.): Vor hundert Jahren! In: MSGL, 49. Vj., S.
85. In der Ordre de´Bataille des VII. Armee-Korps unter Lefebvre (Stand: 30.
April 1809) war das 7. leichte Infanterie-Bataillon Günther (Hervorhebung d.
Verf.) benannt. Am 30. Juli unterzeichnete allerdings ein Oberstleutnant
Treuberg als Bataillonskommandant den Entwaffnungsbefehl an das Pfleggericht
Werfen (vgl. Maretich, von Riv-Alpon, G. (1897): S. 155). Offensichtlich
hatte es in der Zwischenzeit einen Kommandantenwechsel gegeben. 26. vgl.
Ringlschwendtner, M. (1901): S. 121. 27. Andreas Hofer zit. nach Gundolf,
Hubrich (1995): Um Österreich! Soldaten unter Habsburgs Krone. Leopold
Stocker Verlag, Graz, S. 223. 28. Die politischen Rahmenbedingungen in
Salzburg und Motivationen der Salzburger Bevölkerung anno 1809 beschreibt
Köfler (1980, S. 1ff.) recht treffend, die etwas anders als in Tirol
gelagert waren (vgl. weiters Miedaner, St. (1985): Salzburg unter bayrischer
Herrschaft. Die Kreishauptstadt und der Salzachkreis von 1810 bis 1816.
München (phil. Diss.). In: MGSL, 125. Vj., S. 29-31; Zaisberger, F. (1998):
Geschichte Salzburgs. Geschichte der österreichischen Bundesländer, Rainer,
Johannes (Hrsg.), Verlag für Geschichte und Politik, Wien/ R. Oldenburg
Verlag, München, S. 236ff.; Ortner, F. (1988): IX. Zwischen Habsburg und
Wittelsbach, S. 595-611). Salzburg war durch die Napoleonischen Kriege zum
Schacherobjekt geworden (vgl. Stockhammer, August (1973): Die Situation
Salzburgs um 1800. In: Struber, Joseph, 1773 – 1973, Gedenkschrift zum 200.
Geburtstag, Werfen, S. 7). Der starke Druck der Tiroler auf den Salzburger
Widerstandswillen stieß bei den Salzburgern nicht auf großes Verständnis
bzw. großartige Kooperation. Vielmehr bekannten sich die Salzburger quer
durch alle Schichten zu Werten wie Einheit, Selbstständigkeit und
Unabhängigkeit (vgl. Köfler, W. (1980): S. 3). Der Anschlusswille einiger
Pinzgauer Bauern und Zillertaler an Tirol stieß daher in den anderen
Salzburger Gauen auf wenig Sympathie (vgl. Mainhardt, G. (1896): Der Wirth
von Stegenwald. Eine Geschichte aus dem Jahre 1809, Salzburg
(Separat-Abdruck aus der Salzburger Zeitung); Widmann, H. (1909): Vor
hundert Jahren! MSGL, 49. Vj., S. 5f.; Zaisberger, F./Hörmann, F. (1996): S.
34. Zur militär-gegraphisch-strategischen Lage von Salzburg vgl. Ammerer,
G./Zollinger, M. (1998): Des Kaisers neues Land - Militärgeographische
Landesbeschreibung von Salzburg durch den k.k. Oberst Philipp de Lopez nach
einer Reise im Jahre 1807. In: MSGL, 138. Vj., S. 448; Steinbacher,
Gottfried (1988): Chronik der Gemeinde St. Martin am Tennengebirge.
Salzburger Druckerei, Salzburg, S. 120. 29. vgl. Ringlschwendtner, M.
(1901): S. 106, Matrikelverzeichnis Wald im Pinzgau, Pfarrer Dr. Pletzer.
Bei einer anderen Quelle wird das Jahr 1762 (vgl. ibid) angeführt, was aber
nach Dr. Pletzer weniger wahrscheinlich ist. Zur Biographie Anton Wallners
vgl. Pirker, I. (1995): S. 176f.; Zaisberger, F./Hörmann, F. (1996): S.
222ff; Schallhammer, Anton Ritter von (1853): Kriegerische Ereignisse im
Herzogthume Salzburg in den Jahren 1800, 1805 und 1809, S. 271-290; Ortner,
F. (1988), Anmerkungen. S. 3120 f., Fn. 37. 30. vgl. Ringlschwendtner, M.
(1901): S. 111. Die Salzburger sollten – gleich wie die Tiroler – ihre
Grenzen abriegeln (vgl. Köfler, W. (1972): S.), wobei die Pässe Strub und
Lueg besetzt und gesperrt werden hätten müssen (vgl. Köfler, W. (1980): S.
38; Schallhammer, A. (1853): S. 272 bzw. Beil. 130, S. 473f. 31. vgl. Köfler,
W. (1980): S. 10. 32. vgl. Ringlschwendtner, M. (1901): S. 111. 33. vgl.
Köfler, W. (1980): S. 10. 34. vgl. Ringlschwendtner, M. (1901): S. 114. 35.
vgl. Lahnsteiner, J. (1980): Oberpinzgau von Krimml bis Kaprun, 3. Aufl.,
Selbstverlag, Hollersbach, S. 83; Ringlschwendtner, M. (1901), S. 117. 36.
vgl. Rainer, M. (Hrsg.) (1996): Rastat der „Alte Markt” im Ennspongau.
Ortschronik Altenmarkt im Pongau, Bd. 1. Altenmarkt, S. 361; Schopf, H.
(1999): Kriege und Aufstände. In: Weitgasser, J. (Hrsg.): Chronik der
Gemeinde Flachau. Die Bauerngemeinde im Strukturwandel vom Eisen- und
Hammerwerk zum Fremdenverkehr. Salzburger Druckerei, Salzburg, S. 165-170,
S. 169; Schallhammer, A. (1853): S. 273 u. Beil. 137 (Schreiben an das
Pfleggericht Saalfelden) S. 480 bzw. Beil. 143 (Arretierung des Pflegers von
Großarl) S. 486. 37. vgl. Maretich, G. (1897): S. 151f. Zu Kister vgl.
Wilfinger, R. (1997): General Kister - das „Phantom“ der jüngeren Salzburger
Geschichte? In: MSGL, 137. Vj., S. 219-228. 38. vgl. Ringlschwendtner, M.
(1901): S. 118. 39. vgl. ibid S. 152f; Schallhammer, A. (1853): S. 487f.
Beil. 144 (Aufruf vom 4. Juli 1809). 40. vgl. Köfler, W. (1980), S. 11; Zur
Biographie Struckers vgl. Zaisberger F./Hörmann, F. (1996), S. 221f.; Pirker,
I. (1995): S. 178f.; zu Strubers Lebenslauf vgl. Zaisberger, F./Hörmann, F.
(1996): S. 220f. bzw. ausführlicher Marktgemeinde Werfen (Hrsg.) (1987):
Chronik von Werfen. Hörmann, Fritz (Red.), Werfen, S. 340f.; Schallhammer,
A. (1853), S. 488, Beil. 145a. 41. vgl. Köfler, W. (1980): S. 11;
Ringlschwendtner, M. (1901): S. 118. 42. vgl. Ringlschwendtner, M. (1901):
S. 164. 43. vgl. ibid S. 120. 44. vgl. Köfler, W. (1980): S. 12. Kettners
Lebenslauf vgl. Pirker, J. (1995): S. 182 bzw. Zaisberger, F./Hörmann, F.
(1996): S. 217 bzw. Schallhammer, A. (1853): S. 307ff. 45. vgl. Köfler, W.
(1980): S. 12f. 46. Anton Wallner zit. nach Ringlschwendtner, M. (1901): S.
122. 47. vgl. Ringlschwendtner, M. (1901): S. 121; Schallhammer, A. (1853):
S. 221 bzw. genauer vom Stegenwalder Wirt Josef Struber bei Schallhammer, A.
(1853), S. 221 u. 273 u. Beil. 142 (S. 486); Putzer, P.
(1992): Die Zeit der Franzosenkriege. In: Marktgemeinde Saalfelden (Hrsg.):
Chronik Saalfelden, Bd. 1, Saalfelden, S. 238. 48. vgl. Ringlschwendtner, M.
(1901): S. 164f.; zu Pfleger Losbichls ablehnender Haltung vgl. Zaisberger,
F./Hörmann, F. (1996): S. 36; Schallhammer, A. (1853): S. 274, 221 u. Beil.
158 (S. 501f.) (Circulare: Aufruf an die Pfleggerichte Mittersill,
Saalfelden, Taxenbach und Zell (am See). 49. vgl. Ringlschwendtner, M.
(1901): S. 121f. Ob die Halbstundenbrücke eines oder mehrere Joche hatte,
kann nicht klar beantwortet werden: Gesichert sind nur die Überreste eines
Joches (siehe Bilder) am linken Salzachufer; auf zeitgenössischen
Zeichnungen sind allerdings 3 Joche (vgl. Jubiläumsfestschrift 40 J. A.
Wallner Schützen-Kp. (2001): S. 56; Brettenthaler, J. (1987): Salzburgs
SynChronik, Salzburg, S. 142; Dopsch, H./Spatzenegger, H. (Hrsg.) (1988): S.
592ff (Bild XIX); Scholz, H. (o. J.): Die Heldentaten an der
Halbstundenbrücke. In: Gemeinde Lend (Hrsg.): Lend/Embach eine Gemeinde im
Wandel der Zeit. Pfeiffenberger, Scherer, Erika (Red. u. Verf.), Salzburger
Druckerei, Salzburg, S. 258; Zaisberger, F./Hörmann, F. (1996), S. 35) zu
sehen. Diese Frage könnte nur durch Grabungsarbeiten beantwortet werden. Die
Trattenbachmündung befindet sich wegen des Eisenbahn- und Straßenbaus jetzt
ca. 20 Meter nauwärts der Jochreste. 50. vgl. Scholz, H. (o. J.): S.
257-258, hier S. 257. 51. vgl. Lagler, Engelbert (1987):
Kommandantenhandbuch, Herold, Wien („Truppendienst”- Taschenbücher, Bd. 30),
S. 80. 52. vgl. Scholz, H. (o. J.): Die Embacher Blaike. In: Gemeinde Lend
(Hrsg.): S. 255-256, hier S. 256. 53. vgl. Lagler, E. (1987): S. 80. 54.
vgl. Ringlschwendtner, M. (1901): S. 125
7.
1) vgl. Maretich, G. (1897): S. 140; Schallhammer, A. (1853): S. 220. 2) Zur
Uniformierung vgl. Kannik, Preben (1967): Uniformen in Farben. 30. Tausend,
(Dt. Übersetzung aus dem Dänischen von Lisa Lund); Universitas Verlag,
Berlin 30, S. 202 u. Nr. 205. 3) vgl. Hörmann, F. (2001): S. 278; Salzburger
Landesarchiv, Regierung XIX, Karton 215, Akt 37/1 4) vgl. Maretich, von
Riv-Alpon, G. (1897): S. 155. 5) vgl. Maretich, G. (1897), S. 141. 6) vgl.
Egg, E. et al. (1971), S. 109. 7) vgl. Schallhammer, A. (1853): S. 224.
Grafik Waldegg.
55. vgl.
Pippan, T. (1949): Das Problem der Taxenbacher Enge. In: Sonderdruck aus den
Verhandlungen der Geologischen Bundesanstalt, Heft 10-12. Die Taktik (Brücke
zur Hälfte abtragen, Stellungen mit Barrikaden und Verhauen verstärken) war
schon damals nicht mehr neu: Beim Gefecht an der Pontlatzer Brücke am 30.
Juni 1703 (!) ließ Martin Andreas Sterzinger bei vorgenannter Brücke die
Lauf- und Bodenbretter abtragen, zwei Doppelhacken aufstellen, Verhaue
anlegen und Steinbatterien vorbereiten (vgl. Kirchmaier (1983): S. 19f. u.
29 Fn. 33. Diese Vorgangsweise wurde in den Napoleonischen Kriegen öfters
angewendet, wie z. B. am 19. Juli 1809 bei der Tuschenbrücke (über die
Lammer) vor dem Pass Lueg von Jakob Strucker, der diese Brücke wie oben
beschrieben abtragen und verstärken ließ (vgl. Köfler, W. (1980): S. 12;
Schallhammer, A. (1853): S. 308; Hörmann, F. (1991): Der Paß Lueg - seine
Geschichte, seine Befestigungen, die Kämpfe von 1805 und 1809. In: Hoffmann,
Robert/Urbanek, Erich (Hrsg.): Golling. Geschichte einer Salzburger
Marktgemeinde. Eigenverlag, Golling, S. 317; (2001): S. 277; Marktgem.
Werfen (Hrsg.) (1987): S. 277). Hauptmann Anton Oppacher ließ am 25.
September 1809 die Unkenbachbrücke bei Oberrain (Unken) so abtragen, dass
nur mehr die Enzbäume übrigblieben (vgl. Lahnsteiner, J. (1980):
Mitterpinzgau, S. 488.). Am 18. Oktober 1809 hatte Anton Wallner seine
Vorposten unterhalb der teilweise abgetragenen Weißbacher-Brücke in
Erwartung der drei bayerischen Bataillone unter dem Kommando von Oberst
Ströhl aufgestellt (vgl. Ringlschwendtner, M. (1901): S. 138. 56. vgl.
Ringlschwendtner, M. (1901): S. 122. Zur Biographie Hans Panzls vgl. Panzl,
Johann (1909) „Anno Neun“. XIX. und XX. Bändchen: Johann Panzl
Landesschützen-Hauptmann und Unterkommandant aus Windisch-Matrei. Von ihm
selbst geschrieben. Bearbeitet von Reimmichl. Druck und Verlag der
Vereinsbuchhandlung, Innsbruck, S. 21. Ferner Ortner, F. (1988):
Anmerkungen, S. 3121, Fn. 37; Pirker, I. (1995): S. 178; Zaisberger,
F./Hörmann, F. (1996): S. 218f. (Panzls Bild, Photographie aus dem Jahre
1853 (!), s. S. 231). Panzl war der Kommandant der berühmten
„Rosenkranz-Kompanie”. Seine Männer beteten täglich morgens und abends mit
ihrem tief religiösen Hauptmann einen Rosenkranz (vgl. Zaisberger,
F./Hörmann, F. (1996), S. 396). Panzl, J. (1909) S. 24: Hier ist sogar von
drei (!) Rosenkränzen täglich die Rede. „Eingraben“ ist damals noch nicht
bekannt gewesen; in Konfrontation mit MG- und Artillerie-Feuer hatte die
Infanterie es erst im Russisch-Japanischen Krieg (1904-1905) gelernt, sich
durch Eingraben zu schützen (vgl. Wünsche, W./Lidschun, R. (1996): S. 17).
Im Bestreben, Feuer und Stoß wirksamer zu nutzen, wurde Ende des 18., Anfang
des 19. Jahrhunderts die Kolonnentaktik von den Franzosen entwickelt.
Infanteriebataillone (6 bis 8 Kompanien) marschierten in zwei Staffeln in
Kompaniekolonne ins Gefecht. Während sich die Kompanien der ersten Staffel
in Schützenschwärme auflösten und dabei gezieltes Einzelfeuer schossen,
oblag der zweiten Staffel der Stoß oder sie ging zur Feuerführung in die
Linie über. Eine solche Taktik ermöglichte zwar Manöver in weitaus größerem
Ausmaß; das Feuer der gegnerischen Artillerie verursachte bei der in
Kolonnen marschierenden Infanterie jedoch meist größere Verluste. Der
Höhepunkt des Gefechtes war dann der Nahkampf mit dem Bajonett bis zur
Entscheidung (vgl. Wünsche, W./ Lidschun, R. (1996): S. 14f.). Wie schon bei
der Geländebeurteilung Wallners erwähnt konnten sich die bayerischen Truppen
– wie oben normmäßig beschrieben – eben nicht entwickeln: Das Gefecht
verlief daher wie beschrieben. Die zwei Doppelhacken (Wallners Artillerie)
konnten den in Kolonne anmarschierenden bayerischen Truppen aufgrund ihrer
Reichweite bzw. ihres Feuerbereichs – abgesehen an der Brücke selbst – gar
nicht gefährlich werden. Wallner hätte zudem sein Überraschungsmoment
preisgegeben. Zum Nahkampf an der Brücke mit Bajonetten ist es nicht
gekommen. 57. vgl. Ringlschwendtner, M. (1901): S. 122; Lahnsteiner, J.
(1980): Mitterpinzgau, S. 458; Schallhammer, A. (1853): S. 221. 58. vgl.
Ringlschwandtner, M. (1901): S. 122. Die Reichweite der von Wallners
Schützen verwendeten Flinten betrug damals 250 bis 300 Schritt (vgl. Hauser,
G. (1818): S. 29), der kurzen Karabiner im Visierschuss 60 Schritt (vgl.
ibid S. 31) und diejenige ihrer Pistolen 10 bis 15 Schritt im Visierschuss,
bei einiger Erhöhung
25 bis
30 Schritt (vgl. ibid S. 32). Die Reichweite der ebenfalls verwendeten
Kugelstutzen dürfte in etwa derjenigen von den Flinten entsprochen haben.
59. vgl. Geschichte des königlich bayerischen 4. Jäger-Bataillons (damals 5.
leichtes Infanterie- Bataillon Buttler). 60. vgl. Ringlschwendtner, M.
(1901): S. 123. Die Fahne der Saalfeldner Schützen unter Hauptmann Panzl,
die sie 1809 bei ihren Kämpfen um den Pass Luftenstein, Hirschbühel, am
Strubberg, bei St. Martin und bei der Taxenbacher Halbstundenbrücke (sic!)
mit sich geführt hatten (vgl. Zinnburg, Karl. (1992): Fahnen, Symbole der
Gemeinschaft. In: Der Gardist, 12. Jg., S. 18-29, hier S. 25) besitzt eine
historische Verbindung mit der Traditionsfahne der k.k. Salzburger
Freiwilligen Schützen. Die aus dem Jahre 1784 stammende, bereits 1809
ramponierte Sturmfahne wurde zunächst bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges
in der Pfarrkirche von Saalfelden aufbewahrt. Diese Fahne wurde dann von den
k.k. Salzburger Freiwilligen Schützen wieder von ihren Einsatzorten an der
italienischen Front (Naßfeld, Monte Ciadenis, Monte Cimone-West,
Ortlergebiet) (vgl. Mahler, Franz (1992): Die k.k. Salzburger Freiwilligen
Schützen. In: Der Gardist, S. 30-34, hier S. 32f.) sturmzerfetzt und nur
mehr fragmentarisch zurückgebracht (vgl. das Foto vom Festumzug 1926 in
Reichenhall). Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer stiftete 1985 dem
Traditionsverein bzw. der Kameradschaft der Ehemaligen k.k. Freiwilligen
Schützen Salzburg eine neue Fahne, die nach dem Original von 1784
hergestellt wurde (vgl. Zinnburg, K. (1992): S. 25f.). Die alte
Original-Fahne wurde restauriert und am 27. September
1997 an die Historische Schützenkompanie Saalfelden zurückgegeben. 61. vgl.
Ringlschwendtner, M. (1901): S. 123. 62. vgl. Ringlschwendtner, M. (1901):
S. 123f. bzw. Lahnsteiner, J. (1980): Mitterpinzgau, S. 458. Es ist
unwahrscheinlich, dass Glt. Deroy sich als kommandierender General der 3.
bayerischen Division in der ersten Phase des Gefechts an der
Halbstundenbrücke ganz vorne bei seinen Spitzentruppen befunden hat. So
nennt Schallhammer (1853, S. 222) Gm. v. Siebein, den Kommandanten der 2.
Infanterie-Brigade, der den ersten Sturm der Brücke befohlen haben soll.
Dies ist aber aufgrund der Divisionsgliederung wiederum nicht gut möglich,
weil in der ersten Phase mit Masse die 1. Infanterie-Brigade unter dem
Kommando von Gm. v. Vicenti am Gefecht beteiligt war, wie dies die Literatur
und die Verlustzahlen zeigen. Vielmehr dürfte Gm. v. Siebein den
Flankenangriff von Wallners Reserve (Adjutant Rottmayr mit der Mittersiller
Kompanie) mit einer „starken Abteilung“ (Schallhammer, A. (1853) S. 222)
(vermutlich ein Bataillon des 14. Linien-Infanterie-Regiments) erfolgreich
abgewehrt haben. Somit kann eigentlich nur Gm. v. Vicenti vorerst der vor
Ort verantwortliche Offizier gewesen sein. Um etwa 1400 Uhr befiehlt Glt.
Deroy die Umgehung Wallners durch das 2. Bataillon des 5.
Linien-Infanterie-Regiments Preysing (vgl. Ringlschwendtner, M. (1901): S.
124; Schallhammer, A. (1853): S. 222). Ab diesem Zeitpunkt erscheint Glt.
Deroy selbst als kommandierender General im Kampfgeschehen. 63. vgl.
Ringlschwendtner, M. (1901): S. 124. 64. vgl. Lahnsteiner, J. (1980):
Mitterpinzgau, S. 458. Zwischen Näßbein (931m) und Brandkopf (1144m) geht
heute noch in der Nähe des Gutes Entfelden ein schmaler Fußweg (s.
Gefechtsskizze) hinunter zur Embacher Blaike ins Salzachtal. Vermutlich
wollte Rottmayr mit seiner Kompanie diesen Fußsteig benutzen, um so
vorteilhaft von oben den Bayern in die Flanke zu fallen bzw. mit seinem
Feuer auf diese hinunter wirken zu können. 65. vgl. Ringlschwendtner, M.
(1901): S. 124 u. 165; Anhang Nr. 21, Werfner Pfleggerichtsakten, 27´. Juli
1809. 66. „Vater Deroys” Lebenslauf vgl. Bauer, Frieda (1987): Die Kämpfe um
die Pässe Strub, Scharnitz und Leutschach 1805. (Militärhistorische
Schriftenreihe, Heft 60), Wien, S. 39; Zaisberger, F./Hörmann, F. (1996): S.
216 (Bild von Deroy bzw. dessen Galarock). Der Pastor muss wohl ein
bayerischer Priester im Gefolge Deroys gewesen sein. Denn das
Seelsorgerverzeichnis von Lend weist eine Lücke zwischen dem Jahr 1804 und
1816 auf (vgl. Lahnsteiner, J. (1980): Mitterpinzgau, S. 423). 67. vgl.
Ringlschwendtner, M. (1901): S. 124 bzw. Lahnsteiner, J. (1980):
Mitterpinzgau, S. 287. 68. vgl. Ringlschwendtner, M. (1901): S. 124f;
Schallhammer, A. (1853), S. 514f. (Beil. 164). 69. vgl. Ringlschwendtner, M.
(1901): S. 125; Schallhammer, A. (1853): S. 222. 70. vgl. Lahnsteiner, J.
(1980): Oberpinzgau, S. 641; Schallhammer, A. (1853): S. 515 (Beil. 165).
71. vgl. Ringlschwendtner, M. (1901): S. 125. 72. vgl. ibid. 73. vgl. ibid
S. 125f.; Schallhammer, A. (1853): S. 223. An der Spitze der stürmenden
bayerischen Truppenteile befand sich Obstlt Graf Buttler, Hptm Schellerer,
Lt Mussinan und Lt Loewen, knapp danach Mjr Freiberg, Hptm Großbach, Olt
Halder, Lt Weidner und Lt Bronzetti. Mjr Freiberg und Lt Weidner erhielten
später für ihre vor Ort gezeigte Tapferkeit das Kreuz der französischen
Ehrenlegion. Durch ein königliches Reskript vom 6. August 1809 wurde das
mutige Verhalten des 9. Linien-Infanterie-Regiments Ysenburg öffentlich
gewürdigt (vgl. Schallhammer, A. (1853), S. 223). Der königliche Orden der
Ehrenlegion war am 30. Juli 1791 abgeschafft worden. Napoleon Bonaparte,
damals noch Erster Konsul, hatte am 19. Mai 1802 den Orden wieder
eingeführt, um den Mut seiner Truppen zu belohnen („Legion d´Honneur“). 1805
wurden fünf, ab 1816 sieben Stufen (vgl. Ailsby, Ch. (1989): S. 126)
eingeführt, die es heute noch gibt (ibid S. 124). Die Anzahl der
Ordensverleihungen wuchs im Laufe der Napoleonischen Kriege rasant: 1810
sind es noch 10.000 und am Ende der Herrschaft der 100 Tage, also nach dem
Machtverlust Napoleons im Jahre 1815, bereits 33.000(!) (vgl. Bergroth, T.C./
Heinilä, H. u.a. (1997): S. 31) gewesen. 74. vgl. Ringlschwendtner, M.
(1901): S. 126; Schallhammer, A. (1853): S. 222. 75. vgl. Ringlschwendtner,
M. (1901): S. 126; Schallhammer, A. (1853): S. 223 u. 292. 76. vgl.
Ringlschwendtner, M. (1901): S. 126. Normal fast immer mit im Verbund:
Plünderungen, ein häufiges Phänomen in den Napoleonischen Kriegen. Dabei kam
es gegebenenfalls zum Einsatz von Brachial- und/oder Waffengewalt. Die
Soldaten plünderten Nahrungsmittel, Geld, Schmuck, Kleidung, Werkzeug,
Tierfutter usw.
(vgl.
etwa Zauner, J.th. (1802): S. 66f., bes. S. 70; Mitterer, K.A. (1999): S. 60
u. 86), kurz alles, was brauchbar und nützlich war, wie z.B. Lebensmittel:
„At most times and places of campaign they ate, in practice, what they
happened to receive or could find, steal or extort ...“ (Maughan, St.E.
(1999): S. 122). Sie plünderten ohne oder oft sogar auf Befehl: „French
discipline in the matter of looting could be confusingly arbitrary, since
soldiers were often ordered to plunder the countryside.“
(ibid 118) Ein
dementsprechender Befehl kam sogar von allerhöchster Stelle: Kaiser Napoleon
befahl Marschall Lefebvre „in den tirolischen Bezirken ... wenigstens sechs
große Dörfer ... zu plündern und niederzubrennen“ (Köfler, W. (1972): S. 40;
Paulin, K. (1996): S. 46) lassen. 77. vgl. Lahnsteiner, J. (1980):
Mitterpinzgau, S. 287. 78 vgl. Ringlschwendtner, M. (1901): S. 152, Fn. 55.
79. vgl. ibid S. 126. 80. vgl. Köfler, W. (1980): S. 13; Schallhammer, A.
(1853): S. 512, Beil. 161. 81. vgl. Ringlschwendtner, M. (1901): S. 126. Den
weiteren Lebenslauf A. Wallners vgl. Fn. 28. Anton Wallner verstarb infolge
eines schweren Nervenfiebers am 15. Februar 1810 in Wien im (alten)
Allgemeinen Krankenhaus, Alserstr. 4. Am 17. Februar 1810 wurde Wallners
Leichnam im ehem. Währinger allgemeinen Friedhof beerdigt. Die genaue Lage
seines Grabes ist leider unbekannt; nicht zuletzt deswegen, weil der 1783
angelegte Friedhof 1923 in den heutigen Währinger Park (18. Bezirk)
umgewandelt worden ist (vgl. Ringlschwendtner, M. (1901): S. 148 u. 182
(Abschrift des Totenscheines, Beil. Nr. 56); Czeike, F. (1994): Historisches
Lexikon Wien, Bd. 3,5, Verlag Kremayr und Scheriau, S. 591ff.; Schallhammer,
A. (1853): S. 285; Pleyel, P. (1999): Friedhöfe in Wien vom Mittelalter bis
heute. Pichler Verlag, Wien, S. 90; Wolf, A. (1993): Alsergrund. Bezirk der
Dichter und Denker. Verlag Michl, Kornneuburg, S. 162-165; Bauer, W.T.
(1987): Wiener Friedhofsführer, Falter Verlag, Wien, S. 81-85; Zaisberger,
F./Hörmann, F. (1996): S. 224. Die Anbringung einer Gedenktafel beim
Grabmalhain Währinger Park würde zumindest an die letzte Ruhestätte Wallners
erinnern und den historischen Verdiensten dieses tapferen Salzburger
Freiheitskämpfers für das Land Salzburg, das Haus Habsburg und (das
Kaiserreich Österreich) eine würdige und gerechte Referenz erweisen. In
seiner Heimat blieben Wallners Taten unvergessen: die Gemeinde Taxenbach
errichtete ihm zu Ehren am 8. September 1903 ein Denkmal (s. oben), welches
seit Juli 1953 an der Kirchenstiege aufgestellt ist (vgl.
JubiläumsFestschrift 40 J. A. Wallner Schützen-Kp. (2001): S. 58). Am 12.
September 1909 ehrte die Gemeinde Krimml, wo Wallner beim Hinterlehengut in
Oberkrimml Nr. 8 geboren worden ist, ebenfalls mit einem Denkmal (vgl.
Zaisberger, F./Hörmann, F. (1996): S. 388). Ein Denkmal von Wallner und
Panzl steht in ihrem gemeinsamen Wohnort Windisch Matrei (vgl. ibid S.
229).Von der Familie Simon Egger, Rohrmoosgut in Eschenau, wurde in Gedenken
an das gegenständliche Gefecht die Anton-Wallner-Schützenkapelle Hubwies
erbaut, die am 20. September 1981 eingeweiht wurde (vgl.
JubiläumsFestschrift 40 J. A. Wallner Schützen-Kp. (2001): S. 70). Auf
Initiative von Obristleutnant Adolf Eder, ehem. Obmann der Historischen
Anton-Wallner-Schützen Taxenbach, und der Historischen Schützenkompanie
Saalfelden wurde 1979 die Anton-Wallner-Bataillonsfahne angeregt, welche am
22. Juli 1979 eingeweiht wurde (vgl. Zinnburg, K. (1992): S. 26f.). Zum
Anton- Wallner-Bataillon gehören eine Garde und 10 Schützenkompanien (Krimml,
Lofer, St. Georgen, Kaprun, Niedernsill, Saalfelden, Mühlbach, Mittersill,
Saalbach und Taxenbach (vgl. ibid S. 27f.). Der Landesverband der Salzburger
Schützen verleiht u.a. die Anton-Wallner-Medaille (vgl. Zaisberger,
F./Hörmann, F. (1996): S. 164f.). Für besondere Leistungen um und für den
Verein der Historischen Anton-Wallner-Schützen Taxenbach wird das von Adolf
Eder 1968 entworfene ´Wallnerkreuz´ verliehen (vgl. JubiläumsFestschrift 40
J. A. Wallner Schützen-Kp. (2001): S. 71). In der Geburtsgemeinde Wallners
wurde am 7. Mai 1913 das Historische Anton-Wallner-Schützenkorps Krimml
gegründet (vgl. Zaisberger, F./Hörmann, F. (1996): S. 388f.). Nach Anton
Wallner ist schließlich die Wallner-Kaserne in Saalfelden am Steinernen Meer
benannt, in der sich die Jägerschule des österreichischen Bundesheeres
befindet (vgl. BMLV (2001): S. 168). 82. vgl. Scholz, H. (o. J.): S. 258.
Nachdem Michael Schernthaner am 12. August 1809 Waffen in Salzburg
abgeliefert hatte, wurde er dort für neun Tage gefangen genommen. Weil sein
Hof, das Mayergütl am Berg in Embach, geplündert worden war und er sich bei
einem Sturz verletzt hatte, erhielt er auf sein Gesuch hin 100 fl. als
Schadenersatz (vgl. Zaisberger, F./Hörmann, F. (1996): S. 36). 83. vgl.
Scholz, H. (o. J.): S. 258; Schallhammer, A. (1853): S. 223. 84. vgl.
Lahnsteiner, J. (1980): Oberpinzgau, S. 84; Köfler, W. (1972): S. 40;
Schallhammer, A. (1853): S. 223f.
Literaturverzeichnis:
Ailsby, Christopher (1989): Allied combat medals of
World War 2. Vol. 1: