Quellenkunde und Bibliographie zum Thema
Revolutionskriege (I)
Quellenkunde und
Bibliographie zum Thema Revolutionskriege (II)
Das „Zeitalter der Revolutionskriege“ beginnt mit der
Französischen Revolution und dauert bis zum Ende des sogenannten
vortechnischen Zeitalters im Militär- und Kriegswesen um die Mitte des 19.
Jahrhunderts. Geprägt war diese Epoche von zwei Jahrzehnten großer kriegerischer
Auseinandersetzungen, begründet in der Französischen Revolution und weitgehend
beherrscht von der Person Napoleon Bonapartes.
Zu diesem Thema existiert eine schier uferlose Fülle von Schrifttum im In- und Ausland. Auf einige seltene, zum Teil vergriffene Veröffentlichungen, die nur mehr über große Bibliotheken oder im Fernleihverkehr beschaffbar sind, soll hier eingegangen werden. Weiters wird auf heute noch erhältliche Werke und Nachdrucke wichtiger Fachliteratur, so h.o. bekannt, besonders hingewiesen.
Als systematische Bibliographie empfiehlt sich das Werk von L. v. Scharfenort, Quellen der Kriegswissenschaften für den Zeitraum 1740 – 1910, Bd. 1 und 2, Berlin 1910-1913 sowie das Buch von H. F. Rumpf, Hrsg. und Übersetzer des französischen Werkes von Carrion-Nisas, Allgemeine Geschichte der Kriegskunst, ihrer Entstehung, Fortschritte und Veränderungen in Europa, von den ältesten bis auf die neuesten Zeiten, Bd. 2, Leipzig 1827. Unverzichtbar für die Forschungsarbeit sind die Inventare Österreichischer Archive, für unser Thema der Bd. VIII: Inventar des Kriegsarchivs, 2 Bde., Wien 1953, aber auch der Katalog der Bibliothek-Abteilung des k. u. k. Kriegs-Archivs, 2 Bde., P VIII und Q I-V sowie Autorenverzeichnis, Wien 1896.
Einen guten Überblick über die Kriegsgeschichte, das Heerwesen und die damaligen politischen Ereignisse sowie den Zeitgeist bieten die Publikationen von Max Jähns, Geschichte der Kriegswissenschaften, Bd. 1 – 3, bes. Bd. 2 und 3, München, Leipzig 1889-1891 (unveränderter Nachdruck New York, Hildesheim 1966); von demselben: Das französische Heer von der großen Revolution bis zur Gegenwart, Leipzig 1873 sowie: Heeresverfassungen und Völkerleben, Leipzig 1885. Weiters wären an dieser Stelle die Werke von Hans Delbrück, Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte, Bd. 1 – 4, bes. Teil 4 Neuzeit, Berlin 1900-1920 (unveränderter Nachdruck Berlin 1962), von Hermann Meynert, Geschichte des Kriegswesens und der Heerverfassungen in Europa, Bd. 1 – 3, Wien 1868-1869 (unveränderter Nachdruck Graz 1973), von Albert von Boguslawski, Die Entwickelung der Taktik von 1793 bis zur Gegenwart, Berlin 1873, von Bernhard Poten, Hrsg., Handwörterbuch der gesamten Militärwissenschaften, Bd. 1 – 9, Bielefeld, Leipzig 1877-1880 sowie von Eberhard Kessel, Die Wandlung der Kriegskunst im Zeitalter der französischen Revolution, in: Historische Zeitschrift, Bd. 148, München, Berlin 1933, S. 248 – 276.
Militärwissenschaftliche Untersuchungen neueren Datums zum Thema Revolutionskriege sind die Arbeiten von Wolfgang von Groote und Klaus-Jürgen Müller, Hrsg., Napoleon I. und das Militärwesen seiner Zeit, Freiburg i. B. 1968. In diesem Werk sind besonders die Beiträge von Bernhard Druène, Der Feldherr Napoleon - Theorie und Praxis seiner Kriegskunst, Kurt Peball, Zum Kriegsbild der österreichischen Armee und seiner geschichtlichen Bedeutung in den Kriegen gegen die Französische Revolution und Napoleon I. in den Jahren von 1792 bis 1815, und Henri de Nanteuil, Logistische Probleme der napoleonischen Kriegführung, hervorzuheben.
Einen guten Überblick über diese Epoche verschaffen die Bücher von Siegfried Fiedler, Grundriß der Militär- und Kriegsgeschichte, 2. Bd., Das Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons, München 1976, sowie Kriegswesen und Kriegführung im Zeitalter der Revolutionskriege, in: Heerwesen der Neuzeit, hrsg. von Georg Ortenburg, Abt. III, 2. Bd., Koblenz 1988.
An Fachliteratur, die besonders auf österreichische Aspekte eingeht, wären hier neben zahlreichen Werken Peter Broucek, Zum Kriegsbild Österreichs im Zeitalter Kaiser Franz' II. (I.), in: Österreich in Geschichte und Literatur (mit Geographie), hrsg. vom Institut für Österreichkunde, 40. Jahrgang/Heft 4-5a, Wien 1996, S. 221 – 241; Oswald Gschließer, Das Zeitalter der Koalitions- und Befreiungskriege, in: Unser Heer - 300 Jahre österreichisches Soldatentum in Krieg und Frieden, hrsg. von Herbert St. Fürlinger, Wien, München, Zürich 1963, S. 169 – 214; und Arndt Preil, Österreichs Schlachtfelder, 3. Bd., Graz 1991, zu nennen.
An zahlreicher ausländischer
Fachliteratur, die auch bei uns im Buchhandel erhältlich ist, wäre hier
beispielhaft kurz zu erwähnen: Robert S. Quimby, The Background of Napoleonic Warfare. The
Theory of Military Tactics In Eighteenth-Century France, New York 1957; Gunther E. Rothenberg, Napoleon’s Great
Adversaries – The Archduke Charles and the Austrian Army 1792-1814,
Bloomington/Indiana 1982; George Jeffries, Tactics and Grand Tactics of
the Napoleonic Wars, hrsg. von Ned Zuparko, Boston 1982; Sir Charles Oman, Studies
in Napoleonic Wars, (unveränderter Nachdruck London 1987); Philip J. Haythornthwaite,
The Napoleonic Source Book, London 1996; und Brent Nosworthy,
Battle Tactics of Napoleon and His Enemies, London 1997.
Als besonders lesenswert gelten die Kapitel über diesen Zeitraum im Werk von General Maxime Weygand, Histoire de l´Armée Francaise, Paris 1938, deutsche Ausgabe, Berlin 1939 und 1946. Schließlich wäre an dieser Stelle nochmals Henri de Nanteuil anzuführen mit seiner Publikation: Daru et l`Administration militaire sous la Révolution et l´Empire, Paris 1966, die einen tiefen Einblick über die Wechselwirkungen von Logistik und Operation auf die Napoleonische Kriegführung gibt.
In der nächsten Folge
wird auf die Spezialliteratur, die sich mit den Besonderheiten des
österreichischen und französischen Heerwesens befaßt,
eingegangen. Ein weiterer Schwerpunkt wird in den Bereichen Ausbildung, Taktik
und Kampfverfahren der Revolutionskriegszeit liegen.

Erzherzog Karl an der Spitze seiner Grenadiere, nachbearbeitete Abbildung aus:
Eduard Duller, Erzherzog Carl von Oesterreich, Pest 1859.
Quellenkunde und Bibliographie zum Thema Revolutionskriege (II)
Jeder, der sich mit dem
Studium der Kriegsgeschichte befasst, will auch die Grundsätze kennen, nach
welchen die Truppen zu den verschiedenen Zeiten für den Krieg vorbereitet
wurden. Die „Reglements“ und sonstige „Instruktionen“ geben im Allgemeinen
einen tieferen Einblick in die jeweiligen herrschenden Ansichten über die
Ausbildung, den Einsatz bzw. Verwendung der Truppen im Gefecht.
Hier soll nun auf die
Quellen und die Spezialliteratur eingegangen werden, die sich in erster Linie
mit den Besonderheiten des österreichischen und französischen Heerwesens in der
Revolutionskriegszeit in den Bereichen Ausbildung, Taktik und Kampfverfahren
befassen.
In Österreich drückte Moritz Graf von Lacy, mit seinem „Generals-Reglement, Wien 1769“ nachhaltig der Armee seinen Stempel auf. Dieses Reglement galt als Dienstvorschrift, Feldinstruktion und darüber hinaus zugleich auch als Generalstabsvorschrift. Auf Lacy gehen auch die Reglements: Exercitium für die sämmtlich-kaiserlich-königliche Infanterie sowie: Exercitii-Reglement für gesammte kaiserlich königliche Cavallerie-Regimenter, beide Wien 1769, zurück. Lacy´s Hauptwerk, das „Generals-Reglement“, welches den Unterkommandanten nicht die geringste Entscheidungsfreiheit ermöglichte, wurde erst aufgrund der schlechten Erfahrungen in den Kriegen gegen die französische Armee durch Erzherzog Karl im Jahre 1807 abgeändert. Das dann folgende neue „Reglement“ war dann wichtigster Bestandteil der gerade begonnenen Reformen im österreichischen Heerwesen.
Bei Joseph von Gallina, Beiträge zur Geschichte des österreichischen Heerwesens; Erstes Heft: Der Zeitraum von 1757 – 1814; Mit besonderer Rücksichtnahme auf Organisation, Verpflegung und Taktik, Wien 1872, sind sämtliche Reglements und Instruktionen für alle Waffengattungen sowie deren Entwicklungen und Neuerungen für den Zeitraum der Revolutionskriege gut zusammengefasst und bearbeitet. Ausgezeichnet ist zusammengestellt von demselben Verfasser: Reglements und Instructionen für die Ausbildung der Truppe und ihrer Führer, Wien 1882. Hervorzuheben sind auch die unter Verwendung von zahlreichen Feldakten und anderen authentischen Quellen mustergültigen Untersuchungen von Criste, Langer, Pallua-Gall, Sommeregger, Göpferth, Jacubenz, Czeike, von Hoen, Hausenblas und Christen, publiziert vom k. und k. Kriegsarchiv, Krieg gegen die Französische Revolution 1792 - 1797, Bd. 1 und 2, Wien 1905.
Über den weiteren Verlauf der Entwicklungen im österreichischen Heerwesen wären u.a. hier noch zu nennen: V. Streffleur, Die Armee im Felde. Ein Gesammtbild aller Vorschriften über die Organisation, den inneren Dienstbetrieb, die Verwaltung und die Leitung und Verwendung des Heeres und der Heerestheile im Kriege, Wien 1854; Joseph Wenzel Graf Radetzky, Feld-Instruktion für die Infanterie, Kavallerie und Artillerie, Wien 1861. Neben zahlreicher neuerer Literatur sei hier dennoch Joachim Niemeyer, Taktische Ausbildung und Entwicklung der Reglements, in: Das österreichische Militärwesen im Umbruch – Untersuchungen zum Kriegsbild zwischen 1830 und 1866, Osnabrück 1979, S. 67 – 110, erwähnt. Schließlich verdient auch noch Walter Wagner in puncto Kampfverfahren und Taktik hier genannt zu werden: Die Epoche Erzherzog Karls, in: Von Austerlitz bis Königgrätz – Österreichische Kampftaktik im Spiegel der Reglements 1805-1864; Studien zur Militärgeschichte, Militärwissenschaft und Konfliktforschung, Bd. 17, Osnabrück 1978, S. 1 – 44.
Aus der Vielzahl von Publikationen
in Frankreich zum Bereich Heerwesen seien hier als besonders aussagekräftig
angeführt: France – Ministre
de la Guerre, Rêglement, concernant
l‘exercise et les manoeuvres
de l’infanterie, Bd. 1 und 2, Paris 1791. In deutsch: Reglement das Exerzitium und die Manövres der französischen Infanterie betreffend vom 1. August 1791, Straßburg
1807; weiters: Instruction concernant
les manoeuvres de la cavalerie légère,
Paris VII (1798/1799).
Einen guten Einblick in die
Entwicklungen der französischen Armee zur damaligen Zeit gibt auch das Werk
eines unbekannten Autors: Bemerkungen über die französische Armee der neuesten
Zeit oder der Epoche von 1792 – 1807, Königsberg 1808. Als hervorragende Quelle
zu unserem Thema ist hier Ernst Ludwig Posselt, Umriß der HauptVeränderungen, welche die fränkische Armee, seit dem jezigen Kriege, in ihrer Organisation und Taktik erfahren
hat, in: Europäische Annalen, Jahrgang 1800, III. Bd., Tübingen 1800, S. 173 –
196, zu nennen.
Umfangreich sind die von Susane herausgegebenen Arbeiten: Histoire de la cavalerie francaise, Bd. 1-3, Paris 1874; weiters Histoire de l’artillerie francaise, Paris 1874; schließlich die Histoire de l’infanterie francaise, Bd. 1-5, Paris 1876. Empfehlenswert ist auch der Überblick bei Hermann von Kuhl, Heerwesen und Taktik, in: Bonapartes Erster Feldzug 1796, der Ausgangspunkt moderner Kriegführung, Berlin 1902, (unveränderter Nachdruck Bergkamen 1994), S.27 – 72.
Ausführlich mit sämtlichen Details und Entwicklungsstufen ist der in Österreich erschienene Artikel herausgegeben von Carl Skala, Das französische Heer der I. Republik und des I. Kaiserreiches, in: Streffleur's österreichische Militärische Zeitschrift, XXVII. Jahrgang, 3. Bd., Wien 1886, S. 1 – 49. Fortgesetzt werden die Untersuchungen von Georg van Walmisberg, Hrsg., Das französische Heer der I. Republik und des I. Kaiserreiches, in: Streffleur's österreichische Militärische Zeitschrift, XXVII. Jahrgang, 4. Bd., Wien 1886, S. 1 – 49 und 222 – 292.
Ein Werk, speziell eingehend auf die Entwicklungen der Infanterie der Revolutionskriegszeit in sämtlichen Armeen, ist das von Wilhelm Rüstow, Das Fussvolk des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts, in: Geschichte der Infanterie, II. Bd., 5. Buch, Nordhausen 1864 (unveränderter Nachdruck Wiesbaden 1981), S. 223 – 400. Als modernes Standardwerk in puncto Taktik der Infanterie gilt das von Herbert Schwarz, Gefechtsformen der Infanterie in Europa durch 800 Jahre, München 1977, besonders die Kapitel X - XIV. Einen besonderen Service stellen die zahlreichen Erläuterungen bzw. Stellpläne, verfaßt von Joachim Schlegel, die diese Publikation ergänzen dar.
Quellenkunde und Bibliographie zum Thema Revolutionskriege (III)
In diesem Beitrag wird auf die „Geschichte der Regimenter“ der „alten ehrwürdigen k.(u.)k. Armee“ unter spezieller Berücksichtigung der Epoche der Revolutions- bzw. Napoleonischen Kriege eingegangen. Weiters sollen auch wichtige Hinweise zum Auffinden der „passenden oder richtigen Regimentsgeschichte (Chronik)“ für den jeweiligen Zeitraum in dem eine militärgeschichtliche Abhandlung bzw. Untersuchung durchgeführt wird, vermittelt werden.
Denn obwohl 1769 mit dem „Generals-Reglement“ von Moritz Graf von Lacy alle Regimenter, welche bisher nach den Namen der Inhaber benannt wurden, fortlaufende Nummern nach dem Range derselben bekamen, verursachen bis heute die zahlreichen Veränderungen im Heerwesen dem wissenschaftlichen Bearbeiter Schwierigkeiten. Besonders bei der Kavallerie stellen die zahlreichen Veränderungen, wie Umgliederungen, Umwandlungen in andere Reitergattungen sowie Auflösungen und Aufteilungen einzelner Teile auf andere Regimenter, ein Erschwernis dar, welches nur durch akribisches Quellen- und Spezialliteraturstudium bewältigt werden kann.
Kurz Beispiele von Reiterregimentern, wahllos herausgegriffen, welche die Problematik verdeutlichen: Das 1867 aufgestellte 6. Mährische Dragoner-Regiment, ab 1889 Albrecht, Prinz von Preussen benannt, wurde 1701 als Kürassier-Regiment mit Patent errichtet. Nach zahlreichen internen Umgliederungen erhielt das Regiment 1769 die Nummer 20. Im Jahr 1798 bekam das weiterhin als Kürassier-Regiment bezeichnete Reiterregiment die Nummer 10, der 1802 die Nummer 6 folgte. Diese Nummer behielt es bis zur Neuaufstellung 1867, wo das Regiment, wie der Name es schon sagt, die Reitergattung hin zu den Dragonern wechselte. Beschäftigt man sich mit dem Regiment im Zuge von Forschungsarbeiten näher, so ist unbedingt darauf zu achten, zu welchem Zeitpunkt die entsprechende Regimentschronik erschienen ist. In unserem Fall, wenn sie nach 1867 erschien, dann findet man auch die Geschichte der Kürassier-Regimenter von 1701 bis 1867 mit inkludiert. Wurde die Regimentschronik vor 1867 publiziert, so betrifft sie nur das jeweilige (20., 10. oder 6.) Kürassier-Regiment. Zusätzlich sei auch der Sachverhalt zu beachten, daß als Dragoner-Regiment Nr. 6 von 1798 bis 1801 das 1801 aufgelöste Regiment Coburg und von 1802 bis 1860 das Dragoner-Regiment Nr. 12 rangierte.
Ein weiteres Beispiel zur Verdeutlichung: Das 1873 errichtete 10. Böhmische Dragoner-Regiment, daß ab 1888 die Bezeichnung Feldmarschall Johannes Joseph Fürst von Liechtenstein auf immerwährende Zeiten zu führen hatte, geht mit seiner Gründung als Dragoner-Regiment auf das Jahr 1631 zurück. Auch dieses Regiment hatte bis 1769 mehrere Umgliederungen. Nachdem es 1769 als Dragoner-Regiment die Nummer 7 erhielt, wurde es 1775 in ein Chevauxlegers-Regiment ohne Nummer umgewandelt. 1798 machte man aus diesem Regiment ein (leichtes) Dragoner-Regiment mit der Nummer 12. Schon im Jahr 1801 wurde das Regiment abermals ein Chevauxlegers-Regiment. Diesmal bekam es die Nummer 5. Das Jahr 1851 bescherte dem Regiment eine weitere Umwandlung in ein Ulanen-Regiment mit der Nummer 9. Auch hier ist bei Forschungsarbeiten zu beachten, daß von 1798 bis 1802 unter der Bezeichnung „Dragoner-Regiment Nr. 10“ das Ulanen-Regiment Nr. 8, von 1867 bis 1873 das Husaren-Regiment Nr. 15 rangierte.
An dieser Stelle sei kurz darauf hingewiesen, daß sich in der Bibliothek des Österreichischen Staatsarchivs/Kriegsarchivs eine umfangreiche Sammlung sämtlicher Regimentsgeschichten befindet. Leider können einige Chroniken den strengen wissenschaftlichen Maßstäben nur bedingt standhalten. Besonders gilt dieses Manko für den Zeitraum der Revolutions- bzw. Napoleonischen Kriege. Dies erfordert vom kritischen Bearbeiter die zusätzliche Einsicht in sämtliche vorhandenen Chroniken über ein und dasselbe Regiment. Aus Gründen der Objektivierung einzelner Sachverhalte ist auch das Studium der „Alten Feld-Akten“ sowie der „Hofkriegsrats-Akten“, die ja im Österreichischen Staatsarchiv/Kriegsarchiv zur Gänze aufliegen, unbedingt von Nöten.
In den Jahren 1898 bis 1905 erschienen die fünf Bände des umfangreichsten Standardwerkes, welches gleichsam als allumfassende Entwicklungsgeschichte der alten k.(u.)k. Armee bis heute unangefochten gilt. Herausgeber war die Direktion des k. und k. Kriegs-Archivs unter: Supplement zu den „Mittheilungen des k. und k. Kriegs-Archivs.“ Als verantwortlicher Bearbeiter zeichnet für die Bände I, II, III und V Alphons von Wrede, Geschichte der K. und K. Wehrmacht. Die Regimenter, Corps, Branchen und Anstalten von 1618 bis Ende des XIX. Jahrhunderts, Wien 1898 – 1903. Anton Semek, verfaßte den IV. Bd., I. Teil im Jahr 1905. Als unveränderter Nachdruck erschien dieses Werk in Starnberg im Jahr 1985.
Der I. Band enthält eine Übersicht aller Kriege, an welchen Truppen der k. und k. Armee seit dem Jahr 1618 teilnahmen. Die Entwicklungen des Heerwesens sowie die Geschichte der Infanterie und all ihrer Regimenter werden ausführlich dargestellt.
Im II. Band behandelt von Wrede die aufgelösten Fuß-Truppen: Infanterie-Regimenter, Grenadier-Bataillone und Leichte Truppen wie Infanterie- und Grenz-Frei-Corps, Freiwilligen-Abteilungen, Jäger-Bataillone und sonstige außergewöhnliche Formationen (Territorial-Milizen, Cordons-Bataillone etc.). In diesem Band sind auch noch die besonderen Truppenkörper wie Garnisonsregimenter und Stabstruppen behandelt. Abgeschlossen wird dieser Band mit den Daten über die Miet-Regimenter und Regimenter im kaiserlichen Sold.
Die Geschichte der gesamten Kavallerie, ihrer Gattungen und ihrer Regimenter ist im III. Band/1. Hälfte aus dem Jahr 1901 aufgearbeitet. Im selben Jahr erschien auch die 2. Hälfte, in der die aufgelösten Truppenkörper zu Pferd, Miet-Regimenter und Regimenter im kaiserlichen Sold beschrieben werden.
Der IV. Band/1. Hälfte, publiziert 1905 und bearbeitet von Anton Semek, behandelt sehr ausführlich das gesamte Artilleriewesen der k. und k. Armee.
Schließlich wurde das Werk erst durch Peter Broucek, Georg Zivkovic und Herbert Klima, Geschichte der k.u.k. Wehrmacht, VI. Band, Der Allerhöchste Oberbefehl. Die Garden, in: Militaria Austriaca, Wien 1988, abgeschlossen.
Unter Beachtung der Erscheinungsjahre und der zu diesen Zeitpunkten geltenden Organisation im Heerwesen sind die Werke von Andreas Graf Thürheim, Die Reiter-Regimenter der k.k. österreichischen Armee, I. Bd., Die Cürassiere und Dragoner, Wien 1862; II. Bd., Die Hussaren, Wien 1862; III. Bd., Die Uhlanen, Wien 1863 sowie: Gedenkblätter aus der Kriegsgeschichte der k. k. Oesterreichischen Armee, Bd. I und II, Teschen, Wien 1880, als eine sehr wertvolle Hilfe, was die kriegerischen Leistungen der Armee in sämtlichen Feldzügen der Napoleonischen Zeit betrifft, anzusehen. Leider sind in diesen Veröffentlichungen die aufgelösten Regimenter und Formationen sowie viele Teile des Heeres entweder gar nicht, oder nur sehr ungenügend berücksichtigt worden.
Das Pionierwesen der k.(u.)k. Armee wird ausgezeichnet, gerade für den Zeitraum der Revolutions- bzw. Napoleonischen Kriege, von Wilhelm Brinner, Geschichte des k.k. Pionnier-Regimentes in Verbindung mit einer Geschichte des Kriegs-Brückenwesens in Oesterreich, I. Theil, I. und II. Bd., Wien 1878, bearbeitet.

Wagram 1809: Schlachtszene aus der Schlacht bei Deutsch-Wagram am 5. und 6. Juli 1809. Nachbearbeitete
Darstellung, entnommen von Franz Joseph Adolph Schneidawind,
Das Buch vom Erzherzog Carl (Leipzig 1847).
Quellenkunde und Bibliographie zum Thema Revolutionskriege (IV)
In diesem Beitrag sollen herausragende und gut
informierende Werke, die sich der Uniformierung der Armeen der Koalitionskriege
widmen, vorgestellt werden. Die Literatur zu diesem Thema ist sehr zahlreich
und in der Regel bereits via Internet abfragbar. Neuauflagen von alten
Standardwerken kann man ebenfalls in diesem Medium bereits vereinzelt
antreffen. So wird hier lediglich angestrebt ergänzend zu informieren.
Natürlich muss auf einen der Klassiker der Uniformkunde, der mit seinem Werk große Popularität erlangte, eingegangen werden. Es handelt sich um Professor Richard Knötel, der mit seinen Werken – Uniformkunde. Lose Blätter zur Geschichte der militärischen Tracht. Oesterreich – Ungarn, Rathenow 1902; Frankreich, Rathenow 1903; Bayern, ebenfalls Rathenow 1903 – in der Fachwelt Weltruhm erlangte. In seinem Sinne weiter bearbeitet, erweitert und fortgeführt mit 1.600 Uniformdarstellungen erschien im Jahre 1956 ein fotomechanischer Nachdruck der 3. Auflage von Herbert Knötel d.J. und Herbert Sieg, Handbuch der Uniformkunde. Die militärische Tracht in ihrer Entwicklung bis zur Gegenwart, Hamburg 1937. In dieser Knötelschen Tradition fortfahrend veröffentlichte in den 80ger Jahren Ingo Prömper ein dem Stand der Forschung angepasstes und ergänztes Werk mit dem Titel: Farbiges Handbuch der Uniformkunde – Die Entwicklung der militärischen Tracht der deutschen Staaten, Österreich-Ungarns, Stuttgart 1985. Erst im Jahre 1994 erschien ebenfalls in Stuttgart der zweite Band: Farbiges Handbuch der Uniformkunde – Die Entwicklung der militärischen Tracht bis 1937; Die europäischen und außereuropäischen Staaten.
In aller Welt bekannt sind auch die Arbeiten von Rudolf von Ottenfeld und Oscar Teuber, Die Österreichische Armee von 1700 bis 1867; Illustriert von Rudolf von Ottenfeld. Text von Oscar Teuber, Wien 1895 – 1904. Ein unveränderter Nachdruck des Tafelteils der Ausgabe 1895 erfolgte in Graz 1971.
Um bei der österreichischen Armee zu bleiben, sei hier noch kurz auf folgende Werke hingewiesen: Anton Ziegler, Die Geschichte des Militärs der k.k. österr. Monarchie aus allen Waffengattungen, Wien o.J.; F. Gerasch, Das oesterreichische Heer von Ferdinand II. römisch deutscher Kaiser, bis Franz Josef I. Kaiser von Oesterreich, Wien 1854 sowie Gilbert Anger, Hrsg., Illustrirte Geschichte der k.k. Armee. Dargestellt in allgemeiner und spezieller culturhistorischer Bedeutung von der Begründung und Entwicklung an bis heute, Bd. 1, Wien 1885; Bd. 2, Wien 1887.
Nun zu einigen französischen Publikationen. Hier wäre ein in der Auflage limitiertes Buch mit handkolorierten Tableaus französischer Uniformen von Rozat de Mandres und Sauzey mit dem Titel: La France en Campagne – Un Siècle de Guerres (1800 – 1900), Paris 1906, als einzigartig zu nennen.
Eine besonders gelungene Veröffentlichung über die französische Revolutionsarmee unter dem Kommando von Obergeneral Jean-Victor Moreau um das Jahr 1800 hat Peter Crusius unter dem Titel: Die französische Revolutionsarmee Moreaus. Gezeichnet von dem vierzehnjährigen Albrecht Adam, Osnabrück 1985, herausgegeben. Da Uniformdarstellungen der französischen Armee um das Jahr 1800 eher selten sind, ist diese Publikation, deren zahlreiche Abbildungen des Schlachtenmalers Albrecht Adam von Crusius zusätzlich ausführlich beschrieben und erläutert werden, für interessierte Militärwissenschaftler und Uniformkundler von unschätzbaren Wert.
Im Jahre 1995 veröffentlichte in Paris Michel Pétard in der Reihe „Histoire & Collections“, unter dem Titel: De Fontenoy a Waterloo. 1745 – 1815; ou „le grand album des soldats de France“, einen Prachtband mit hoher Detailgenauigkeit der einzelnen Uniformteile und Mannesausrüstung.
Schließlich dürfen auch nicht die Arbeiten von Guy C. Dempsey jr., Napoleon´s Soldiers – The Grand Armée of 1807 as Depicted in the Paintings of the Otto Manuscript, London 1994 sowie Napoleon´s Army – 1807 – 1814, as Depicted in the Prints of Aaron Martinet, London 1997, hier unerwähnt bleiben. Dempsey bereichert und ergänzt seine wieder veröffentlichten klassischen Primärquellen aus der Blütezeit der Grand Armée mit zusätzlichen ausführlichen Kommentaren.
Die Publikationen von Liliane und Fred Funken, die einen guten Überblick über die Uniformierung sämtlicher Armeen Europas bieten, sind in ihrer deutschen Erst-Ausgabe leider schon vergriffen. Für unseren Zeitraum kommen folgende Bände in Frage: Historische Uniformen, Bd. 2. 18. Jahrhundert – Französische, britische und preußische Kavallerie und Artillerie. Infanterie, Kavallerie und Artillerie der übrigen europäischen Länder, München 1978; Historische Uniformen, Bd. 3. Napoleonische Zeit I – Französische Linienregimenter, britische, preußische und spanische Truppen der Zeit des Ersten Kaiserreiches, München 1978; Historische Uniformen, Bd. 4. Napoleonische Zeit II – Französische Kaisergarden, die Truppen der Alliierten, die schwedische, österreichische und russische Armee zur Zeit des Ersten Kaiserreiches, München 1979. Aufgrund zahlreicher Nachfragen kam es im Jahre 1997 zu einer etwas gestrafften Neuauflage dieses Werkes in einem umfangreichen Band. Dieses große Handbuch der historischen Uniformen und Ausrüstungsgegenstände enthält 250 brillante, farbgetreue historisch exakte Uniformabbildungen. Ein gelungener Prachtband für militärwissenschaftlich Interessierte, aber auch für Zinnfigurensammler. In den Bibliotheken und im Buchhandel zu finden unter: Liliane und Fred Funken, Historische Uniformen. Napoleonische Zeit – 18. Jahrhundert und 19. Jahrhundert. Preußen, Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien, Rußland, München 1997.
Ausgezeichnet und für Militärhistoriker unverzichtbar ist das Werk von Philip J. Haythornthwaite, The Napoleonic Source Book, London 1996.
Abschließend sei noch auf die umfangreichen und graphisch hervorragend gelungenen Publikationen des Osprey Military-Verlages hingewiesen. Einzelne Abschnitte der Geschichte der Napoleonischen Epoche sowie Uniformdarstellungen bis ins kleinste Detail sind in den Serien „Men-At-Arms, Elite, Campaign und Warrior“ bestens aufgearbeitet. Weiterführende Informationen sind im Internet unter www.ospreypublishing.com zu finden.
